Corona 197

Herr Croco möchte nicht mehr mit mir über Corona sprechen. Er habe das Thema satt, er wolle auch keine Kurven mehr sehen.
Diese hier hat er aber dann doch angeschaut.
Ich habe sie bei El Pais gefunden.
Beim ersten Diagramm handelt es sich um die Gesamtzahl der durch Corona Verstorbener. Der Anlass ist, dass heute die Grenze zu einer Million überschritten wurde.

Und hier wurde dargestellt, wie die offizielle Anzahl der an Corona Verstorbener und die tatsächliche Übersterblichkeit im Lande aussieht. Viele werden einfach nicht regiestriert als Coronaopfer.
Man schämt sich ein bißchen, dass es uns so gut geht im Vergleich.

Heute hatte ich sieben Hornissen im Arbeitszimmer. Die ersten beiden habe ich noch freigelassen, die anderen fünf sind im Staubsauger. Entweder habe ich ein Nest unterm Dach oder sie sind bei der Kälte draußen ins Warme geflogen.

Ansonsten sitze ich über den Abituraufgaben. Wir sind das letzte Bundesland ohne Zentralabitur, also fast. Ein paar Fächer müssen sich eine Aufgabe aus dem allgemeinen Pot holen. Der Rest wird selbst gemacht. So sammle ich über das Jahr Zeitungsartikel, Veeöffentlichungen und alle möglichen Ideen für Aufgaben. Ich versuche, aktuell zu bleiben und die Aufgaben so zu stellen, dass die Schulerschaft bei Laune bleibt und ich gerne und mit Interesse lese, was die Schüler und Schülerinnen schreiben.
So lange unsere Ministerpräsidentin stur genug bleibt, werden wir auch weiterhin das einzige Bundesland ohne Zentralabitur bleiben.

Seit Wochen schleppe ich zwei Wildkameras im Garten rum.
Sie sind auf Nachtaufnahme geschaltet. Jetzt weiß ich auch, wer meine Äpfel anfrisst und warum es kaum Mäuse gibt. Ein Dachs kommt jede Nacht, wackelt durchs Bild und frisst Äpfel. Ein Wiesel kommt zu Besuch und der Star von zwei Nächten ist ein Fuchs. Jetzt habe ich sie wieder umgebaut und hoffe auf Nahaufnahmen.

Welches Lied passt wohl besser zur Wildkamera und zum Widerstand gegen das Zentralabitur als dieses hier?

Corona 196

Heute liegt die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland über 2500. Die USA hat jetzt 7 Millionen Infizierte und weltweit
liegt die Zahl der Toten fast bei einer Million. Der registrierten. Es nimmt kein Ende.
Sich grämen nutzt ja nichts. Wir tun, was wir können, alles andere ist nicht in unserer Macht.

Was ganz anderes.
Kennen Sie diese französischen Glasteller?
Sie waren mal der letzte Schrei.
Duralex heißt die Firma. Gestern habe ich gelesen, dass sie Konkurs angemeldet habe, Corona nennen sie als Grund. Vielleicht war es auch ein anderer.
Ich verstehe ja nicht alles hier, aber nach El Pais haben sie vor ein paar Jahren einen neuen Ofen gekauft für die Glasschmelze für 8 Milionen Euro. Das kommt wohl noch zur Absatzschwäche wegen Corona dazu.
Ich mag diese unprätentiösen einfachen Glaswaren sehr. Mit ihnen sitzt man plötzlich an einem kleinen Bistrotisch im Schatten einer großen Kathedrale. Obwohl ich nur die Gläser in Restaurants gesehen gabe, nie die Teller.
In diesem FAZ-Artikel aus dem Januar kann man die wechselvolle Geschichte der Firma nachlesen, und erfährt was alles mit Christine Lagrande und Osama Bin Laden zu tun hat.

Das ist mir das liebste Lied von Gilbert Bécaud

Corona 195

Den Tag könnte man zusammenfassen in dem Satz: Als ich die Zackenschere suchte. Ab und an bekomme ich einen Rappel und muss was herstellen. Irgendwas, was man anfassen kann, aufessen, rumhängen, anziehen, so halt. Und letzte Woche habe ich Stoff gekauft und ihn dann gewaschen um ihn umzuwandlen in etwas Nettes. Da ich gerne zu Anfang alle Materialen auf dem Tisch habe, das lernt man im Labor, hatte ich heute endlich alles zusammen. Bis auf die Zackenschere. Die lag ja, wie jeder weiß, bei den Nähsachen und den Bügelsachen. Ganz einfach. Ich öffnete Schublade um Schublade, Schätze wie chinesische Tintensteine, tauchten auf, nur eben keine Zackenschere. So musste ich doch in den Bermudakeller. Dort stellt man Dinge in Kisten ab und vergisst sie. Das ist die einzige Aufgabe dieses Kellers. Ich musste an die Projekttagekisten ran. Jede Lehrkraft weiß, was das heißt. Jedes Jahr veranstaltet man an der Schule solche Tage. Und was von so einer Woche übrig bleibt, kommt in eine Kiste und wird verwahrt. Da könnte doch die Zackenschere sein. Ich fand Produkte, die mit jener Schere bearbeitet wueden. Aber keine Schere. Im Bermudakeller steht ein Schubladenschrank, in den eigentlich solche Sachen eingeräumt werden sollten. Keine Schere. Also begann ich, die Projekttagenkisten zu leeren, Stück für Stück, und in den Schuladenschrank einzuordnen. Eigenlich machen das nur Rentner oder Ordnungsmenschen. Nun, jetzt bin ich einer von ihnen. Die Kisten sind leer, der Schrank ist voll. Nur fehlt eben die Zackenschere.

Themenwechsel. Corona.
Die tägliche Infektionsrate liegt bei über 2000 Menschen pro Tag. Die roten Flecken auf der RKI-Karte kommen von der Großhochzeit in Hamm und Dortmund. Es gab 500 Gäste, es sind jetzte mehrere tausend Menschen in Quarantäre. Sogar das Brautpaar ist infiziert. Woher in Remscheid die hohen Zahlen kommen, weiß ich noch nicht. Jedenfalls sind die Schulen stark betroffen. Im Kreis Dingolfing ist es nun ein Werk auf dem BMW Betriebsgelände.

Ansonsten möchte ich Ihnen jemanden vorstellen, den Sie schon kennen.
Er wohnt bei Hennef irgendwo im Wald, eine der coolsten Socken, die ich kenne, Joe Kelly.

„Und was haben die Kellys so im Bus gemacht? Maumau gespielt?“
„Wir haben uns gestritten, geschlagen und Geld gezählt.“

Pierre M. Kause darf Käfer fahren und erfährt, wie man so ne Wok WM gewinnt. Und dass die Kellykinder erst spät erfuhren, dass sie unterschiedliche Mütter hatten. Ach, ich jedenfalls fand das äußerst amüsant.

Ich kannte die Familie in den 90igern ja nicht, bis Freunde zu Besuch kamen mit ihrem kleinen Sohn. Er saß am Tisch und schaute mich die ganze Zeit verzückt an. Ich fragte, was denn sei. Er sagte, ich würde aussehen wie Irgendeinvorname Kelly. Seine Mutter erklärte es mir: das sei das höchste Lob, was er vergeben könne. Er liebe eben die Tochter dieser Familie. Ich wusste damals nicht, wie unübersichtlich der Familienverband war. Und weiß bis heute nicht, welche Tochter er meinte. Nun, viele Haare haben sie alle.