Corona 348

Der Spaziergang in einer sehr abgelegenen Ecke innerhalb dieser schon recht abgelegenen Ecke, war sehr schön. Doch auch verwunderlich: die entgegenkommenden Menschen hatten Gesichter.
Ich wusste nicht, wie sehr sie mir fehlen.
Der Videochat zum Geburtstag mit Menschen aus dem Internet direkt in meiner Küche war schön. Wie lange war hier niemand von draußen? Drei Monate?

Ansonsten war ich gestern Abend mächtig beeindruckt. Bilder aus dem Weltall, schwarze Löcher, Planetenbahnen. Jede Galaxie hat ihr eigenens schwarzes Loch in der Mitte, unserer Galaxie, die Milchstraße, auch. Eigentlich sollte es in beiden Filmen um die Entstehung des Lebens auf der Erde gehen. Zuerst kommen aber Physiker dran, die erklären, wo welche Elemente entstehen und wie sie auf die Erde kommen. Die Chemiker berichten dann, welche chemischen Verbindungen entstehen müssen, um Leben zu ermöglichen. Jetzt sind alle müde und kürzen ab: das Leben sei wohl von einem Meteroriten gekommen. Dann waren die Sendungen aus. Nein Leute, so geht das nicht. Jetzt fehlen die Biologen, die von Membranen und Reaktionsräumen berichten, von kleinen Bläschen und vom Stoffwechsel ganz einfacher Organismen. Das ist nämlich schon ganz gut erforscht. Und ob das auf Meteroriten stattgefunden hat oder auf der Erde, is wurschd.
Die Filme lohnen sich trotzdem.

Leben aus dem All Schwarze Löcher

Leben aus dem All Meteoriten

Das Lied zum Stern

Corona 347

Es wird immer schwerer, die Langeweile aus dem eigenen Leben zu boxen.
Jeder Tag ist wie der andere. Aufgaben erstellen, Unterricht halten in ein schwarzes Loch, Aufgaben einsammeln, Cyber mobbing in Schach halten.
Und für das Wochenende bleibt noch genug Arbeit, so dass die Tage sich alle gleichen. Die Sonne scheint immer noch, und die Kälte beißt. Mehr als eine halbe Stunde hält man es draußen nicht aus.
Menschen treffe ich keine, bis auf die sehr gereizten heute beim Einkaufen.
Das hat insgesamt auch viel Gutes.
Es gibt auch kaum andere Krankheiten, die von Mensch zu Mensch übertragbar sind. Kaum Erkältungen, der Durchfall schwindet, die Masern auch.
Das Robert Koch Institut hat das mal zusammengefasst.

Es jährt sich der 13. Februar 1945, der Tag, an dem Dresden bombardiert wurde von den Engländern. Ohne Not. In der Stadt gab es nur Flüchtlinge, nichts Kriegswichtiges. Ein Freund erzählte, wie seine Mutter mit ihren 4 Jungs in einem Schrebergarten vor den Toren der Stadt untergekommen war. Und wie in der Nacht die Stadt bombardiert wurde. Ein riesiges Feuer am Himmel. Und fast 25.000 Tote in einer Nacht.

Ich schaue immer noch die Therapie-Folgen auf Arte. Oder ich bügle oder schlafe, wenn ich kann. Einschlafstörungen. Bei Twitter habe ich den Tipp gelesen, doch in Gedanken ein Auto zu packen für einen Campingurlaub. Da ich mich mit Campen nicht auskenne, dauert das, ich räume ein und aus, und schwups, bin ich eingeschlafen.
Mögen Sie ein schönes Schlaflied hören?

Corona 346

Eiskalt ist es draußen. Und ein scharfer Wind weht. Trotzdem ist ein Spaziergang möglich.
Freunde schicken eine Mail. Sonst sind wir bei der Karnevalsfeier bei ihnen im alten Hof. Jedes Jahr. Nur nicht heute.

Im Fernsehen kommt MainzbleibtMainz. Schon als Kinder saßen wir vor dem Fernseher. Meine Vater versäumte keine Sendung. Lebten wir doch in der Diaspora bezüglich der Fasnet. Ernst Neger und Margit Sponheiner, seine Helden.
Er kannte alle Vortragenden mit Namen. Und lachte sich schlapp oder war gerührt. Und später fand ich das alles oberspießig und kleinkariert. Befohlene Fröhlichkeit, pahh!
Mit den Jahren hat sich das geändert. Der rheinische Karneval hat seine alkoholische Seite. Es gibt aber Inseln, die originell und witzig sind, ohne die ganzen organisierten Fröhlichkeitsindustrie.
Die Stunksitzung mag ich ganz gerne.

Heute singt sein Enkel. Und ich bin gerührt.