Corona 446

Der European Song Contest ist nun auch vorüber. Nach so langer Zeit wieder ein Ereignis, das im positiven Sinne Europa im weiteren Sinne betrifft und zusammenhält. Das hat mich alles sehr beeindruckt. Das Bühnenbild war grandios, der Mut der Darsteller ebenfalls. Die russische Frau trat im Trainingsanzug aus einem riesigen Babuschka-Kostüm. Es gab Engel und Teufel, tanzende Unterhosen, eine Frau auf einem Eisblock, die von Sand berieselt wurde, viel glitzerndes Gehänge, und natürlich einen Stinkefinger. Der war aus Plüsch und gehörte zu Deutschland. Erst heute habe ich gelesen, dass es ein Friedenszeichen hätte sein sollen. Nur klappte leider der andere Finger immer ab. Der Sänger war auf Speed, aber sehr lustig. Wir bekamen zwei Punkte von Österreich und einen von Rumänien, wenn ich mich richtig erinnere. Großbritannien war noch schlechter dran, 0 Punkte. Sowohl bei den Jurys als auch bei der Bevölkerung hat das Lied ebenfalls schlecht abgeschnitten. Großbritannien zeigt sich schwer betroffen, will sofort den ESC verlassen und einen eigenen Wettbewerb gründen. Ob das alles noch Nachwirkungen vom Brexit waren?
Vielleicht werden auch schon Schnellboote Richtung Rom geschickt, bei Kränkungen ist das Inselvolk empfindlich.

Gewonnen hat jedenfalls eine Rockband aus Italien, die wild aussah, Lederhosen truge, aber nur böse gucke, wenn die Kamera drauf hielt. Als es am Ende knapp wurde mit den Punkten, saß die Band da und weinte ein bisschen, während der Chef cool in die Kamera guckte. Der Chef ist ziemlich durchtätowiert, von hinten sieht man aber Engelchen mit Pfeilen. Wurden diese Kinder gezwungen, mit ihren Eltern Rockmusik zu hören? Zumindest böse gucken wie Ozzy Osbourne oder Kiss können sie. Und die Lederklamotten sind aus feinstem Leder, Italien halt. Und kurzfristig hat man der Band noch Drogengebrauch angedichtet, Himmel nochmal.
Damiano David von hinten. Engelchen, Kätzchen, Hundis.

Jetzt zur Musik, darum geht es ja eigentlich. Es war eine riesige Bandbreite da, was mir sehr gefällt. Von Balkanpop über beherzt gesungene Balladen, zu Sprechgesang und Operngesang. Und natürlich Rock, zwei Mal sogar, Finnland und Italien. Es war wenig eingängiges, das Voilá der Französin wird vielleicht später mal im Radio kommen. Ich glaube, die anderen Lieder hört man nie wieder. Aber Spaß haben sie trotzdem gemacht.

Zitti e buoni Liedtext und Übersetzung
Ja, er hat eine Freundin

Was mir Sorgen macht, ist, dass es eine Großeranstaltung MIT MENSCHEN war. Tests, klar. Isolation ebenfalls. Mutig bis wagemutig das Ganze.
Und dann haben die Niederlande kaum Punkte bekommen, schön schäbig, rissen sie sich doch Beinchen um Beinchen aus für diesen Event. Danke hätte man über Punkte sagen können, ein paar wenigsten. 11 gab es dann, naja.
Ich hoffe nur, dass das nicht ein Hotspot für Viren war und in einer Woche die Zahlen hoch gehen.
Schön war es trotzdem, bei einem sehr hohen Preis.

Corona 445

Joels Montagsfrage:
Kannst Du Dich noch an eine Begebenheit aus deiner Kindheit erinnern in der ums Essen ging? Erzähl mal!
Essen war nie ein Problem bei mir, ich habe mich immer sehr auf‘s Essen gefreut und gerne gegessen, wie heute nich. Meine Mutter kochte hervorragend und wenn man etwas nicht mochte, musste man es nicht essen. Und man durfte sich auch Essen wünschen, alles war schön und gut. Dann gab es aber Tanten, unverheiratet, sehr attraktiv aber unleidlich. Diese wohnten in einem großen Haus und hatten somit sehr viel Platz. So wurde beschlossen, wenn nun meine Mutter krank war, oder etwas anderes war, dass wir dorthin verfrachtet wurden. Leider kamen wir nicht zu den Verwandtschaftsfamilien, die schon Kinder hatten. Nun gut, diese drei Tanten konnten nicht kochen. Alles schmeckt irgendwie angebrannt und troff vor Fett. Gewürze gab es nur als Pfeffer und Salz. Und da waren die Verhältnisse meist auch sehr unausgeglichen. Jedenfalls streikte ich in dieser Zeit. Ich konnte dort kaum was essen. Da aber die Tanten beschlossen hatten, dass Kinder unbedingt alles essen müssen, haben sie mir das Essen mit dem Löffel in den Mund geschoben, bis ich würgte. Heute erinnere ich mich noch gut an die Kombination Spiegelei, Spinat und Bratkartoffeln. Ab da wusste ich, wie sich eine Stopfgans fühlt.

Holyhead.
Seit 2019 ist in Irland die Abtreibung erlaubt. Eine Volksabstimmung ebnete den Weg. Und doch fahren immer noch hunderte von Frauen im Jahr nach England zur Abtreibung. Früher hieß es einfach, dass nach Holyhead fährt, die Fähre vin Dublin aus landet dort.

Was freue ich mich drauf, wieder reisen zu können.

Dies vielen Grüns zur Zeit begeistern mich sehr. Durch den Regen sieht man die Unterschiede noch mehr.
Ich könnte es jetzt erklären, wie es vor allem in Frühjahr zu diesen Grüntönen kommt. Aber Sie möchten sicher nichts über die unterschiedliche Absorption von Chlorophyll a und b hören. Dehalb jetzt 40 Shades of Green von Johnny Cash. Er schreib es nach einer Reise nach Irland.Als Kennedy in Irland landete zum Fenster hinaus sah, sagte er, er sähe nun die 40 Shades of Green von Johnny Cash.

Corona 444

Der Linken-Abgeordnete Diether Dehm hat sich in Moskau mit Sputnik V impfen lassen. Die Kosten für die Reise trägt der Staat, der Anlass war die Feier zum Sieg der Sowjetunion über Deutschland.
„Er habe sich impfen lassen, um den Druck für die Zulassung des russischen Impfstoffs in der Europäischen Union zu erhöhen, um die »kommerziellen Interessen der EU-Führung an börsennotierten Impfstoffen zu enttarnen, um die Wahlfreiheit deutscher Bürger zu erhöhen und das Feld nicht nur den aktienspekulierten mRNA-Impfpatenten zu überlassen«.“

Eine berührende Coronageschichte, dieses Mal von Micky Beisenherz selbst erlebt.

Da haben zwei Meterorologen Spass miteinander.

Das Tollste gestern beim ESC in Rotterdam war dieser Tanz.

Und diese Nachricht, die dazwischen kam.

So gibt es wie versprochen keine Friedenslieder mehr hier. Dafür ein versöhnliches Lied…