Corona 511

Ein Glück: das Gewitter war nachts und jetzt ist wieder eitler Sonnenschein.
Frühstück wie immer draußen.
Daran muss ich mich erst wieder gewöhnen. Menschen erzählen Banales am Frühstückstisch. Ob sie es sonst auch tun, kann ich nicht beurteilen.
Heute war es eine Mutter, die die Schullaufbahn ihres Sohnes engmaschig betreut. Lateinnoten, Aufgabenblätter während Corona, Kommastellen für die Zeugnisnotenberechnung. Das Kind geht mal zum BND, kennt alles von zuhause.
Gestern und vorgestern saßen an den Nachbartischen versprengte Familienmitglieder vom Fest in der Nacht davor.
Und beides Mal waren sehr liebe freundliche Lehrerinnen darunter, die versucht haben, ihren Beruf der Restverwandtschaft zu erklären. Sie haben es gut gemacht, alle beide.
Doch ich habe die Gesichter der Verwandten gesehen.
Und gedacht: Frau, lass es! Es ist der Mühe nicht wert.
Sie denken immer noch: diese faule Nuss hat kaum Arbeit und viel Ferien.

Ich sage mittlerweile kaum noch, was ich arbeite.
Im nahen beruflichen Umfeld des Mannes wissen sie es, im entfernten geht man nicht davon aus, dass ich überhaupt arbeiten gehe. Man redet dann über meinen Kopf hinweg über mich, als ob ich eingeschränkt in der Wahrnehmung wäre. Oder nicht da. Ab und an platze ich, meist aber schaue ich gelangweilt durch die Gegend. Es gelingt mir gut.
Ab und an kommt es raus. Lehrerin. Dann wird gefragt, ob ich Grundschullehrerin sei. Nein. Hauptschule? Realschule? Nein, Gymnasium. Dann kommt unweigerlich die Frage nach den Fächern. Was? So schwere Fächer?
Für eine Frau doch ungewöhnlich!
Für mich sind sie aber leicht. Ich möchte nicht Ethik und Religion unterrichten, das fände ich schwer.
Wenn das Gespräch jetzt weiter geht, eskaliert es regelmäßig. Und das möchte ich nicht. So bin ich einfach still.
Im Urlaub lässt es sich manchmal nicht vermeiden, Gespräche mit zufällig anwesenden Deutschen zu führen.
Auf dem Nil von Kairo nach Luxor, da habe ich übrigens den Blognamen erfunden, trafen wir auf eine überaus reizende Familie. Wir unterhielten uns blendend über eine Woche lang, ohne gegenseitiges Abfragen der Lebenssituation. Am letzten Abend kam es dann zufällig raus, der Mann arbeitete im erweiterten beruflichen Umfeld meines Mannes, die Frau hatte genau die selben Fächer wie ich an der selben Schulform.
Wir haben sehr gelacht.

Eine Frau, die es nicht nicht aufgegeben hat, den Menschen klares und logisches Denken nahezulegen.

Aus der Reihe: Frauen sprechen Kompliziertes locker aus.
Supercalifragilisticexpialigetisch

Und jetzt in anderen Sprachen

Corona 510

Die Regenfront ist bald da. Wohl der letzte sonnige Reisetag. Ab heute kann ich vermutlich in aller Ruhe lesen.
Heute habe ich Ritter gesehen, zwölf Störche auf einem Stoppelfeld und einen fürchterlich eutrophierten See. Da wohnen wir jetzt.

Davor noch nicht so schöne Dinge.
Ein erschüttender Bericht über eine Ärztin aus den USA Es sterben die Nichtgeimpften.
„Selbst wenn ich in den Raum gehe und denke: ‚Das ist deine eigene Schuld‘, wenn ich wieder rausgehe, sehe ich einen Menschen, der wirklich leidet.“

Impfrate bei medizinischem Personal heißt Kroco und ist höher als ich dachte. Aber da geht noch was.

Spanien und die Niederlande sind jetzt Hochrisikogebiete. Müßig, die Ursachen zu suchen, sie sind bekannt. Lockerungen, Leichtsinn, all that Jazz.

Hier noch was, was man sich merken sollte. Gestern ging nachts um 11 im Dorf nahe des Hotels die Sirenen. Nach dem Googeln war ich beruhigt: drei mal länger, die Feuerwehr wurde zusammengerufen. Und beunruhigt: vielleicht brennte es in der Nähe? Es roch nicht, ich sah nichts. Gut.

Auf der Suche nach einem passenden Lied, bin ich auf die Band Madsen gestoßen.

Corona 509

Diagramme, die Darstellungsformen der modernen Zeit.
Seit Corona sind die Medien voll davon.
Im naturwissenschaftlichen Unterricht ist es ebenfalls wichtig, Diagramme erstellen zu lassen und Diagramme lesen zu können. Es gibt da gruselige Beispiele, sogar in Schulbüchern. Hier bei Twitter wurden die Top 10 der möglichen Fehler aufgelistet.

Es geht weiter

Morgen soll das Wetter umschlagen. Und ich werde nicht mehr Entdecken spielen und Zeit zum Lesen haben.
In der Buchhandlung Rupprecht in Rothenburg habe ich gefragt, ob sie die Schriftstellerin Christine Cazon kennen und Bücher von ihr haben. Klar, sagte die Buchhändlerin, ging zum Regal und griff einen Stapel Bücher heraus.
Voilá.

Heute Morgen habe ich nämlich ein Interview mit Christine Cazon vom Blog Aufildesmots als Podcast gehört.

Rothenburg ohne Touristenströme und Reiseführer mit Fähnchen ist so wunderbar. Man hat Zeit, es ist ruhig und sehr nett.

Vorgestern habe ich in einer anderen Stadt einen der Stars aus Bares für Rares auf der Straße getroffen und sogar gleich erkannt. Ich kann doch jetzt nicht sagen: Hören Sie, ich kenne Sie! Ich benutze ihre Sendung immer zum Einschlafen.

Heute vor 10 Jahren ist Amy Winehouse gestorben.
Und heute haben Alfred Biolek und der Schauspieler Peter Schell uns verlassen. Alfred Biolek habe ich die Sendung mit Christoph Schlingensief und ein Rezept zu verdanken, das ich heute noch zubereite. Das Gerücht wird bei 20:20 hinzugefügt, genial.
Peter Schell spielte den Karl Faller in Die Fallers. Ihm verdanke ich diesen Spruch:
Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe.
Es war die Lieblingssendung meines Vaters.