Corona dreizehn

Gesundheit ist keine Ware.
Wir waren einverstanden, dass überall gespart wird. Die Kassenbeiträge sollten ja so niedrig wie möglich sein. Und wer Discounter bezahlt, bekommt Discounter.
Gesundheit ist keine Ware. Jetzt merken wir es. Der Satz ist schon 2002 von der Organisation Attac verbreitet worden.
Gesundheit ist keine Ware.
Sie fingen so gut an, mit viel Kompetenz und Mut versuchen sie uns und der Politik klar zu machen, was geschieht wenn die Geldheinis alles bestimmen.
Man ließ sie nicht.
Die Aberkennung der Gemeinnützigkeit von attac Deutschland durch deutsche Gerichte bedeutete einen Einschnitt in die Arbeit von attac in der Bundesrepublik. Die spendenbasierte finanzielle Grundlage der Organisationsstrukturen musste neu ausgerichtet werden. Heribert Prantl schrieb in der Süddeutschen Zeitung zur Bedeutung von attac: „Egal wie man zu den Aktionen von Attac steht; man muss den Verein … nicht unbedingt mögen, um das Unwerturteil des Gerichts und dessen Begründung als höchst sonderbar zu kritisieren. Das Urteil besagt letztendlich, dass aus Sicht des Steuerrechts das pointierte Agieren in der Zivilgesellschaft, also das Werben für politische Projekte und Positionen eine irgendwie suspekte, jedenfalls nicht förderungswürdige Sache sei.“ Das Urteil habe eine “toxischer Wirkung” für die gesamte Zivilgesellschaft.

Hier steht es: Attac in Wikipedia

Was ist sonst noch los? Der Augenarzt nimmt nur noch Notfälle, der Zahnarzt auch.
Masken gibt es immer noch nicht für das medizinische Personal, eine Lieferung ist angekündigt. Die Physiopraxis arbeitet jetzt mit selbst genähten. Es dürfen keine Besucher mehr ins Krankenhaus, auch wenn da ein Angehöriger im Sterben liegt. Brutal, einfach nur brutal. Heute kann ich nichts lustig finden.

Facetime mit der Kurskollegin, Facetime mit der ganz lieben Verwandten, die trotz Gesamtkatastrophe eine halbgute Nachricht erhalten hat.

Und Katwarn nervt. Kenne Sie Katwarn? Wenn Sie das Bedürfnis haben, einen Herzinfarkt zu bekommen, empfehle ich diese App. Sofortiger Ladebefehl. Also Katwarn warnt vor Katastrophen vor Ort. Beim letzten Orkan kam ein schriller Ton und dann eine Nachricht. Jetzt schrillt es ein Mal am Tag. Und jedes Mal denke ich, die Zombies stehen vor dem Dorf. Es wird aber nur die Nachricht wiederholt, dass die Telefonleitungen der Notrufnummer in Trier überlastet sind. Wenn hier was los ist, rufen ich ganz bestimmt in das über 200 km entfernte Trier an.

Serenity, Serenity. Gelassenheit. Das Gebot der Stunde. Kenne Sie die Serie Firefly? Ist so ein Weltallwestern. Es gibt sie im Moment nicht im freien TV. Sie haben ja vielleicht Streamingdienste, die sowas anbieten. Eigentlich ist sie ganz anders als der Trailer. Die Gelassenheit das Captains hätte ich jetzt gerne.