Corona 372

Sich selbst bei Laune halten, das ist die Kunst der Zeit.

Das RKI hat eine Seite, die einem helfen soll, den Schnelltest zu verstehen. Es geht um Statistik, die muss man mögen.

Das Frauenthema lässt mich ja nie los. Ich stehe ja schon mein ganzes Leben vor Menschen und rede, weiß wie es wirkt, weiß, wie ich mich durchsetze. Die Körpersprache ist eine Sache, die Stimme ist eine andere. Und es ist eine Machtfrage, ich bin die Lehrerin, die anderen sind Schüler und Schülerinnen.
Ich weiß, dass ich Raum einnehmen muss und in ernsten Situationen breitbeinig stehen. Und meine Mimik muss komplett meinem Willen entsprechen. Trotzdem ist schwierig, in einer Lehrerkonferenz aufzustehen und etwas zu sagen. Gehört wird man schon, doch dann fängt die Männerdomäne an. Die Laut- und Vielsprecher fühlen sich aufgerufen und legen los. Inhaltlich mag es von geringer Bedeutung sein, die Gewalt kommt von der Stimmlage und dem Gehabe. Dazu ein Artikel:
Frauen werden dafür bestraft, wenn sie sprechen
Was ich immer mehr sehe, ist die Hilfe, die von anderen Männern kommt, die nicht so sind, die also Frauen unterstützen. Herr Steinmeier hat recht, helft den Frauen gleichberechtigt wahrgenommen zu werden. Liebe nette Männer, Euch gehen die Machos doch auch auf den Senkel, gebt es zu.

So, jetzt noch ein Loblied auf mein Lieblingsessen: Die Butterbrezel. Wie sie sein muss, und warum sie glücklich macht, lesen Sie hier.
Und hören geht auch.

Corona 371

Hier streitet man sich noch um die Verortung des neuen Testzentrums. Und die Bürgermeister der Dörfer versorgen sich mit Schnelltests, für ihre Wahlkommissionen. Am Sonntag ist es soweit. Landtagswahl. Viele haben schon briefgewählt, ich auch. Sehr emotional dieses Mal.
Eine Freundin berichtet von ihrer Impfung mit langer Warteschlange und der ersten Registrierung: ein Mann notiert ihren Namen handschriftlich in einem großes Buch.
Ich dachte, das macht nur noch Petrus an der Himmelspforte.
Ja, es geht ihr gut.
Nein, kein Chip.

Apropos Verschwörung.
Im Internet kreiste ein Video von einer ansich unmöglichen Treppenkontruktion.
Hier wird der Schwindel aufgedeckt.

Hier hat jemand durch geschicktes Taktieren einen Test gekauft. Und ausprobiert.

Die Sterberate sinkt ja überall wo geimpft wird. Möge es so bleiben, es gibt Hoffung. Doch sollen die Menschen, die ihr Leben verloren haben, nicht vergessen werden. Sie fehlen sehr, berührende Geschichten sind das.

Ein Lied der Hoffung ist auch das hier. Eddy Grant sang es 1988, als in Südafrika noch Apartheid herrschte. Mit Joanna ist Johannisburg gemeint.

Corona 370

Weltfrauentag ist heute.
Mir ist gratuliert worden, ein Mal, aus der Ukraine.
Dabei wäre es so nötig über das Thema zu sprechen.
Frau Herzbruch sagt bei Twitter, sie sei nicht gefragt worden, ob sie eine Frau werden will. Und im Übrigen wolle sie lieber ein Mann sein.
Ich glaube, ich auch.
Als ich noch ein kleines Mädchen war, waren wir Kinder alle gleich. Die Jungs kletterten schneller auf die Bäume, aber wir konnten andere Dinge besser. Es war einfach egal, was man war, man war halt. Als ich anfing, Bücher zu lesen, überlegte ich mir, was ich mal werden wollte, wenn ich groß bin.
Da ich am Wasser sein wollte, blieben nur Kapitän und Leuchtturmwärter. Vielleicht erst das eine und im Alter das andere. Als ich es dann erzählte, als ich gefragt wurde, stieß ich auf Häme: „Aber das alles kannst Du nicht, Du bist doch ein Mädchen. Mädchen dürfen nicht auf Schiffe, das bringt Unglück.“
Was? Das Mädchensein war minderwertig?
Ich was schockiert!
Ich kam aus einem Haushalt, in dem die Mutter alles Technische machte. Sie baute die Waschmaschine auseinander und bestellte die Ersatzteile. Sie konnte so vieles reparieren. Und sie erklärte mir an ihrer Nähmaschine, was ein Elektromotor ist, und wie man die Kohlenstifte austauscht.
Ich war immer eine gute Schülerin und habe mich sehr für Naturwissenschaften interessiert. Im Studium kam es noch ab und an vor, dass abwertende Männerkommentare bekam. Oder Erstaunen: so ein schweres Fach für eine Frau.
Ansonsten hatte ich den Eindruck, an der Uni gleichwertig behandelt zu werden. Im Beruf war das nicht immer so, vor allem wenn es um Beförderungen ging. Da zogen die Männer vorbei. Diese Seilschaften gab es dann, über gemeinsames Fußballspielen und so weiter. Unter Frauen gab es das kaum. Es wächst aber. Im Staatsdienst ist man sensibler geworden. Es gibt übrigens in NRW mehr Richterinnen als Richter.
Es liegt an den Strukturen, die die Ungleichbehandlung unterstützen. Machtgefälle befördert Ungleichbehandlung bis hin zur tolerierten Belästigung.
Schweizer Journalistinnen gehen diese Strukturen an. Dass es so schlimm ist, hat mich überrascht.

Auch in eine anderen Zeitung gibt es
interne Ermittlungen: bei der Bildzeitung. Das ist aber die nächste Stufe der Rakete.

Herr Steinmeier ist ja ein ganz einfühlsamer Mann. Das war im letzten Jahr.

Und in diesem Jahr ruft er zum Weltfrauentag die Männer auf.
„Wir Männer müssen Zivilcourage und Mut zeigen, wann immer Frauen gering geschätzt und für gleiche Arbeit nicht gleich entlohnt werden. Wann immer sie übergangen, missachtet oder angegriffen werden“.

Immer wieder, wenn Männer mir beigestanden haben, waren es solche. Möge es doch mehr Männer geben mit diesem Mut.

Cartoon des Tages

08.03.21

Ja, ich wäre gerne ein Mann, zumindest probeweise.

Nein, heute kein Corona. Das Thema ist wichtiger.