Die Pandemie wütet. „Das ganze Volk“ bedeutet das Wort. Nicht nur eines, alle Völker. Das Wort enthält auch Pan, den Gott der Natur, ein Mensch mit Bocksbeinen und Hörnern. Im Christentum ist er zum Teufel geworden.
Zuerst dachte ich, dass das der eigentliche Ursprung dieses Wortes wäre. Ein schräger Gott und Qual für alle. Würde passen, ist aber nicht so.
Die Warnrufe werden immer lauter, kaum einer hört zu.
„Sei schnell, bedauere nichts. Du musst Dich als erster bewegen.“
Heute habe ich mich nicht gut gefühlt. Die Augen tränen und ich fühle mich wie verprügelt. Ich nehme an, die Allergie. Dabei hätte ich so viel Arbeit. Aber Nachdenken gehört heute nicht zum Programm.
So brauche ich etwas, das ein bißchen schräg ist.
Wenn ich die brennenden Fahrzeuge an der Mauer sehe, brennt mir das Herz: Belfast.
Dass der Frieden so lange hält, ist schon ein Wunder. Es war ein Bürgerkrieg in Nordirland zwischen den ehemaligen evangelischen und britischen Besatzern und den katholischen und eigentlich irischen Bewohnern. Ja, ich stehe auf der irischen Seite. Aber nicht auf der kriegerischen.
Die Mauer in Belfast bin ich ganz abgelaufen. Und man versicherte mir, dass diese Tore zwar nachts geschlossen, aber tags doch noch Abfall und Gemüse über die Mauer fällt. Sie geht durch zwei recht arme Gebiete, der Rest von Belfast ist großstädtisch. Man muss genau hinschauen, wenn man wissen will, ob man in der richtigen oder der falschen Kneipe ist.
Die Coronazahlen steigen und heute war unser erster Schultag. Wir werden gebrieft und man sagt uns, welche wichtige gesellschaftliche Aufgabe wir denn erfüllen.
Ich bin der Worte so müde.
Die Geschichten aus dem Bekanntenkreis häufen sich, Familienfeiern, sogar große Verlobungen, Gottesdienste. Und Besuche der Enkel, ungeimpft. Ach ja, genau, dann Intensivstation.
Die Zeit, die hinter mir liegt, fühlt sich an wie eine Brei. Tage lassen sich nicht mehr unterscheiden.
Das passiert, wenn man keine äußeren Taktgeber hat. Chronobiologie. Eigentlich eine Sache der 60iger und 70iger Jahre.
Spektakulär waren die Versuche im Andechser Bunker. Im Studium habe wir einen solchen Versuch gemacht über ein paar Tage, spannend. Ohne äußeren Taktgeber wie Sonnenlicht oder Uhr entwickelt sich ein eigener Rhythmus der Aktivität, der nicht 24 Stunden beträgt, sodern meist eine Stunde länger. Eine faszinierendes Thema. Dann wurde es ruhig drumrum.
Erst jetzt gräbt man wieder in diesem Wissenschaftszweig rum. Und kommt auf die alten Höhlenexperimente zurück: wie ergeht es Menschen, die nicht wissen, ob es draußen Tag oder Nacht ist. Die Erfahrungen sind unterschiedlich, von Verzweiflung bis Euphorie. Die Finstere Höhle biete alles.
Hier noch die lange Geschichte der Chronobiologie.
Es muss etwas in jedem Lebewesen geben, das ihm den Takt gibt. Was ist es? Wo müssen wir suchen?
Sind es organische Moleküle, die oszillierend reagieren? Oder sind es Schwingungen? Ein großes Rätsel, noch. Sehr kompliziert oder sehr einfach.
Zurück zu Nordirland. Ein Glaubenskrieg wurde er genannt, der Bürgerkrieg. Und doch war er einer zwischen reichen Besatzern und armen Eroberten.
Lieder dazu gibt es reichlich, von einfach (ja, ich weiß, geschummelt) bis anspruchsvoll
Es gibt einfach zu wenig Impfstoff. Wenn er an die Hausärzte verteilt wird, fehlt er anderswo, logisch.
Astra Zeneca liegt rum, da es nur noch an Menschen über 60 verimpft werden darf. In NRW waren die Termine innerhalb eines Tages wag. In Rheinland Pfalz, dem Gerechtigkeitsland an sich, läuft das mal wieder anders. Die Leute dürfen sich zwar eintragen, aber sie kommen doch nicht dran. Im Mai, vielleicht.
Vor Jahren las ich, dass Autisten bei anderen Menschen beim Sprechen auf den Mund gucken. Das mache ich auch. Das in die Augen starren irritiert mich sehr. So fehlt mir in der Coronazeit der Teil des Gesichtes, den ich anschaue. Mit Augen kann ich wenig anfangen. Ob ich jetzt Autist bin? Ich liebe Diagramme und Zahlen und es stört mich ungemein, wenn ein Muster nicht stimmt. Smalltalk musste ich erste lernen, und er strengt mich ebenfalls an. Nun ja, Züge sind da. Autismustest für verschiedene Altersklassen
Wenn ich mal keine Lust mehr habe auf den Lehrberuf, gehe ich in die Maultaschenproduktion, und ziehe mit nem Foodtruck über‘s Land. Das hier wird dann mein Maultaschenrezept
Ein zauberhafter Film über eine junge Frau, die es aus den Niederlanden in die USA verschlagen hat und die Dirigentin werden will. Die Geschichte stimmt, die Liebesgeschichte dazu ist wohl erfunden. Die Dirigentin in der ARD-Mediathek
Nein, die Zahlen spielen keine Rolle, andere Dinge zählen zum Schluss.