Corona 417

Der Beitrag des Tages ist von Ulrich Matthes, er spricht über die Videos der Kollegenschaft. Die Videos, die ich gesehen habe, empfand ich als zynisch und überheblich. Einige haben ihre Beiträge aus dem Netz genommen und sich entschuldigt. Herr Liefers wurde gestern in 3nach9 zugeschaltet und hat sich auch noch recht verschwurbelt gerechtfertigt.
Ich habe mir die Sendung angesehen und war enttäuscht danach. Herr Laschet war ebenfalls Gast, Johannes B. Kerner ebenfalls. Mit Giovanni die Lorenzo und Judith Rakers waren genug Journalisten an Bord, dass es hätte spannend werden können. Herr Liefers kam durch und Herr Laschet wurde schon als zukünftiger Kanzler hoffiert. Ein bißchen ekelig war das schon. Naja, zum Schluss wurde mitgeteilt, dass Frau Baerbock ebenfalls eingeladen ist für die nächste Sendung. Na dann.
Wer unbedingt gucken will.

Laschet

Liefers

Unglaublich, alle beide.

Was ich nicht verstehe: Schauspieler und Schauspielerinnen zahlen doch in alle Versicherungen ein, sie haben das Recht bei Arbeitslosigkeit Geld zu beantragen, wie alle anderen auch. Was einer Kassiererin oder einem Lagerarbeiter zuzumuten ist, können sie doch auch.
Wenn wir wirklich eine Diktatur hätten, wie die Truppe behauptet, wären sie nach einem solchen Film schon längst in Haft. Die Schwurbler haben es tatsächlich geschafft, die Eitelkeit und das Wichtigkeitsgefühl der Schauspieler anzustacheln. Die verwendete Sprache zeigt klar, was sie denken. Und wie sie gegen die Medien reden, von denen sie leben und vorn deren Geldern sie leben, also unseren, sucht schon Seinesgleichen.
Ich möchte die Definition vorstellen
Als Intellektueller wird ein Mensch bezeichnet, der wissenschaftlich, künstlerisch, philosophisch, religiös, literarisch oder journalistisch tätig ist, dort ausgewiesene Kompetenzen erworben hat und in öffentlichen Auseinandersetzungen kritisch oder affirmativ Position bezieht.
Ich möchte bitte nicht mehr, dass diese Herrschaften als intellektuell bezeichnet werden.

Belgien bittet Deutschland um Aufnahme von Patienten, die Niederlande reden von Triage. Ach ja, und beide Länder reden von Öffnungen.

Ach, das Englisch-Abitur in Erftstadt ist durch Quarantäne ausgefallen.

Die Nachricht von heute.

Ich mochte sie immer gerne hören. Und gerne anschauen.
Dieses Lied über die Angst hilft gut, wenn man Angst hat, ein brauchbares Mantra. Ciao Milva.

13 Gedanken zu “Corona 417

  1. Schauspieler und Schauspielerinnen zahlen doch in alle Versicherungen ein, sie haben das Recht bei Arbeitslosigkeit Geld zu beantragen, wie alle anderen auch.

    Nee, ganz so einfach ist es nicht. Viele Schauspielerinnen und Schauspieler sind ja nicht in einem festen Engagement mit Angestelltenvertrag am Theater, sondern freiberuflich unterwegs. Es gibt zwar die freiwillige Arbeitslosenversicherung, aber bei der wurden irgendwann die Regeln geändert. Die sind nicht so wie bei der gesetzlichen. Früher konnten freischaffende Schauspieler und Schauspielerinnen, die in die freiwillige Arbeitslosenversicherung einzahlen, sich zwischen zwei Projekten arbeitslos melden, bekamen dann für die Zeit Arbeitslosengeld und behielten die restlichen Anspruchstage, genau wie die gesetzlich Versicherten. Man konnte sich an- und abmelden, auch für kürzere Zeiträume, das war kein Problem. Waren sämtliche Anspruchstage aufgebraucht, musste man erst einmal wieder insgesamt 24 Monate innerhalb eines gewissen Zeitraums einzahlen, um wieder Anspruch zu erlangen. Jetzt ist es so, dass man nach der ersten Meldung erst einmal wieder zwei Jahre einzahlen muss, um wieder Anspruch auf Arbeitslosengeld zu haben – ganz egal, wie viel Tage man Arbeitslosengeld bezogen hat. Und meldet man sich nach diesen zwei oder mehr Jahren nochmals arbeitslos, bekommt man zwar Arbeitslosengeld gezahlt – maximal ein Jahr – fliegt dann aber komplett aus der Versicherung raus und kommt nicht wieder rein. Das war es dann.

    Voriges Jahr wurde aufgrund der Pandemie die Ausnahmeregel erlassen, dass es bei den freiwillig Versicherten, die sich wegen der Pandemie nun ein zweites Mal arbeitslos melden müssen, nicht mitzählt. Das heißt, die fliegen ausnahmsweise nicht aus der Versicherung raus. Bei denen, die sich das erste Mal arbeitslos melden mussten, zählt es aber trotzdem. Das heißt, die können das später im Laufe ihrer Versichertenzeit nur noch ein einziges Mal tun.

    Da aber die Pandemie nun schon länger als ein Jahr andauert, dürften all die, die ihre freiwillige Arbeitslosenversicherung bereits in Anspruch nehmen mussten, ohnehin schon in Hartz 4 gerutscht sein.

    • Das wusste ich nicht, dass die Bedingungen sich geändert haben in der Versicherung. Es können eh wenige richtig davon leben, so wie das bei den Schriftstellern auch ist. Ein Brotberuf neben der Berufung wäre dann schon sinnvoll.

      • Das wissen die meisten Leute nicht. Ich weiß es, weil ich da auch einzahle.

        Ein Brotberuf neben der Berufung ist für Schriftsteller etwas leichter auszuüben, die große Mehrheit macht das ja auch. Für Schauspielerinnen und Schauspieler ist das dann schon schwieriger, die sind bei Theaterprojekten wochenlang in Proben eingebunden oder aber 16 und mehr Stunden am Tag am Filmset. Ich las mal in einem Artikel im „Tagesspiegel“, dass selbst erfolgreiche Schauspielerinnen und Schauspieler plötzlich feststellen, dass ihnen keine Rollen angeboten oder sie nicht zum Casting angefragt werden und sich plötzlich ein Loch auftut. Weil jeder denke, sie hätten eh keine Zeit. Ich weiß nicht mehr, ob das auch der Artikel war, in dem stand, dass ein bekannter Schauspieler, der einen Tatort-Kommissar spielt, auch schon mal auf Hartz 4 angewiesen war. Ist schon einige Jahre her, dass ich das las.

      • Ab und an habe ich davon gehört, wie schwer es ist, solche Zeiten zu überbrücken, auch wenn man einen guten Namen hat. Stimmt, diese langen Zeiten am Set und im Theater hindern einen an einem Brotberuf. Ich verstehe die Eltern, die sagen, lerne zuerst was vernünftiges.

  2. Die Aktion #allesdichtmachen beweist, dass Schauspieler auch nur Menschen sind, und manchmal halt auch dumme Menschen. Über ihre Berufsqualifikation sagt das gottlob nichts aus.

  3. Nun aber auch bitte die Kirche im Dorf lassen: welcher Schaden ist denn tatsächlich entstanden durch diese – auch meiner Meinung nach mißlungene – Aktion? Dass AfD und Covidioten, die per se humorbefreit sind, Ironie nicht verstehen können und sich die Äußerungen einverleiben? Davon haben sich die Akteure doch inzwischen eindeutig distanziert.
    Zu viel der Aufregung, zu viel von teils vernichtender Kritik bis hin zum Berufsverbot. Das scheint mir auch nicht gerechtfertigt zu sein.
    Der Gefahr, sehr schnell in Ecken gestellt zu werden, in die man nicht gehört, sollten wir mit Sachlichkeit begegnen.

    • Der Schaden ist natürlich in erster Linie bei den aktivistischen Schauspielern entstanden, die anscheinend immer noch nicht begriffen haben, wie die Internet- Medien funktionieren und sich plötzlich in der Querdenkerecke wiederfinden.Selber schuld.

      • Man darf gespannt sein, ob einem von den Beteiligten das noch auf die Füße fällt und wem. Könnte ja sein, dass Regisseure und Regisseurinnen oder Produzenten und Produzentinnen künftig denken: „Och nö, den oder die will ich nicht, gibt doch genug andere, die gut sind, außerdem ist er oder sie jetzt Gift für die Quote.“ Bei Richy Müller halte ich das für möglich, weil dessen Video mit den zwei Plastiktüten eins der bekanntesten ist, das quasi überall in den Medien erwähnt wurde. Wie etliche andere der Beteiligten hat er sein Video zurückgezogen und sich entschuldigt. Aber der Image-Schaden ist geschehen.

        Im Gegensatz zu Liefers hat er seinen Text nicht selbst geschrieben. Liefers soll neben Volker Bruch und den „Tatort“-Regisseuren Dieter Brüggemann und Tom Bohn (der ist übrigens auch bekennendes FDP-Mitglied) einer der Initiatoren der Aktion sein.

      • Das frage ich mich auch: haben sie die Folgen nicht bedacht?
        Wer solche Texte spricht, seien sie von ihm selbst oder von anderen, spricht sie nicht als Schauspieler von der Bühne sondern als Mensch zu anderen Menschen. Ich fürchte langsam, sie denken wirklich so. Das ist schon traurig.

  4. Herrn Liefers mochte ich früher recht gern, wenn ich ihn auch nicht aus seiner Tatortrolle kenne, da ich dieses Format noch nie gesehen habe. Diese Sympathie bekam einen ersten Knacks, als er vor ein paar Jahren zu den Unterzeichnern gehörte, die sich gegen den Ausschluss von Xavier Naidoo vom ESC wandten. Schon damals hätte er wissen können, dass Herr Naidoo, wie sich im letzten Jahr dann endgültig bestätigte, zu rechtslastigem und homophobem Gedankengut neigt und Verschwörungsideologien anhängt. Ein Satz aus dem Tagesspiegel zu dem Thema bringt es auf den Punkt: „Es ist eben nicht vorhersehbar, wer in dieser Pandemie stabil und vernünftig bleibt und wer leider abdriftet.“
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Elvira
    P.S. Über Milva hattest du ja schon einmal geschrieben. Sie war eine hervorragende Künstlerin!

    • Danke.
      Ja, vor einer Weile war sie schon mal Thema.
      Danke auch für die Information zu Herrn Liefers.
      Das wusste ich nicht. Ich dachte, dass er plötzlich abgedriftet ist. Aber man weiß wirklich nie, wer Krisen gut und gesund übersteht und wer nicht.
      Wir hatten mal für die Amokprävention geschulte Polizisten in der Schule. Einer sagte mir, dass sie keine Probealarme mehr machen an den Schulen. Es drehe immer jemand durch, von dem man es nie erwartet hätte. Der Schaden wäre größer als der Nutzen. Vielleicht ist das jetzt in der Pandemie auch so.

      • In einer amerikanischen Krimiserie drehte sich eine Folge um einen Amoklauf nach Mobbing in einer Schule. Am Ende dieser Folge traten die Detektives auf und klärten darüber auf, wie Mobbing entsteht, wie man ihm begegnen sollte, an wen sich wenden und was bei einem Amoklalarm zu tun ist. Ich denke, dass das in Amerika auch notwendig ist. Vielleicht schafft es ja der amtierende Präsident, das Waffengesetz etwas zu verschärfen.

      • Das Durchsprechen eines solche Möglichkeit machen wir immer am Anfang eines Schuljahres. Auch wie man sich aus dem Schußkanal entfernt. Und dass man die Handys ausmacht und still ist. Die Türen haben alle seit ein paar Jahre einen Knauf, man kann sie nicht mehr öffen von außen. Und es gibt überall Videokameras und eine Alarmleitung zur Polizei.
        Wenn ich frage, wer von der Schülerschaft ohne große Probleme an eine Waffe kommt, ist es meist die Hälfte der Klasse. Man ist hier im Schützenverein oder der Vater hat einen Jagdschein. Nicht nur die USA sind ein Waffenland.

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