Corona zwölf

Der Security ist langweilig. Sie sitzen auf einer Bierbank und mampfen Sushi. Sie haben einen Parcour gelegt aus Paletten und gestreiftem Plastikband. Man darf nur noch mit Wagen in den Laden, damit Abstand gewahrt bleibt. Nur noch die
Klopapierregale sind leer. Ansonsten futtern wie bei Muttern. Um die Mittagszeit sind fast nur schräge Vögel unterwegs. Verzauselte Männer, die schon etwas länger nicht mehr an der frischen Luft waren, tragen F2 Masken und weichen panisch aus. Eine große schlanke Frau steht aufrecht wie ein Leuchtturm vor dem Käseregal und lächelt mich an. Nein, wir beide lassen uns nicht unterkriegen.

Die Freundin freut sich wie verrückt über Schokolade und Besuch mit Abstand. Ja, ich weiß, verwandt ist sie nicht. Herr croco schimpft danach mit mir. Die Volkshochschulaufgaben mache ich dann mit jemandem anderen über facetime. Das geht prima, nichts ruckelt, und wir können uns sehen.

Dann noch etwas weiter ausmisten und chatten mit einer ehemaligen Schülerin. Sie fürchtet, jetzt sehr lange nicht mehr ihrer Leidenschaft nachkommen zu können, dem Reisen. Was wird bleiben? Schwarzwald oder Schwarzwald?

Durch die Ausmisterei gestern und heute ist die Restmülltonne voll, was mir ein sehr befriedigendes Gefühl  gibt. Wie schnell das geht, dass man sich über ne volle Tonne freut.

Mir fehlt die Bewegung, mir fehlen Menschen. Die Schüler liefern die fertigen Aufgabenpakete vom Sonntag jetzt schon ab. Und schreiben nette Mails. Ich glaube, die freuen sich auch wieder auf die Schule.

Eine Einladung zum Schreiben von Frau Dörrie.

 

Und ein nettes Lied: Sowieso.

Verrückte, bunte Reise
Mal Tinnitus und mal leise
Der Beat selbst wächst, vom Steuerrad-Rumgereiße
So selten fitte Planung, bin mehr so dritte Mahnung
Doch immer sicher im Gemetzel, dank der schicken Tarnung
Ich schätze Wegbegleiter, auch wenn alles seine Zeit hat
Mal elf Freunde, dann doch One-on-One Karatefighter
Und steigt der Sendeturm bleibt immer die Erinnerung
Halt neuer Plan, dann den Blick nach vorn, Stück Linderung
Egal was kommt, es wird gut, sowieso
Immer geht ’ne neue Tür auf, irgendwo
Auch wenn’s grad nicht so läuft, wie gewohnt
Egal, es wird gut, sowieso

3 Gedanken zu “Corona zwölf

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