Corona vierundneunzig

Heute ist außer Schule und Rumorganisieren nichts passiert, dachte ich. Dabei habe ich zwei Hasen gesehen, als ich ein Abkürzungssträßchen zwischen den Feldern genommen habe. Sie saßen gemeinsam mitten auf dem Weg und stobten auseinander, der eine nach rechts, der andere nach links, als ich heranfuhr.
Und jemand hat mir seinen Bienestock geöffnet und die Königin gezeigt. Faszinierend, wie so ein wuseliges Volk seine Waben einteilt in Pollenbereiche, Honigabteilung und Brutwaben.

Die ersten Deutschen sind urlaubshungrig auf Mallorca eingetroffen. Das Hotelpersonal klatscht begeistert.
Die Schengenmitglieder dürfen wieder nach Spanien. Die Engländer wollen sie nicht, wegen der hohen Infektionsrate dort.

Nun ist Polen auch wieder offen. (Sorry für den Gag)
Und man darf nach Luxemburg und Frankreich fahren. Zum Tanken und Kaffee kaufen hauptsächlich.

Das rheinland-pfälzische Herz ist gebrochen, der 1. FCK Kaiserslautern hat Insolvenz angemeldet. Das Thema des Tages!
In der Hinterpfalz ist die Arbeitslosigkeit ziemlich hoch, die Städte sind sehr verschuldet, Industrie gibt es kaum. Und vor ein paar Tagen erst wurde bekannt, dass amerikanisches Soldaten abgezogen werden. Wenn da das Herz nicht bricht….

Ein Jim Croce geht noch

Corona dreiundneunzig

Wenn Sie schon lange keine Coronaartikel mehr gelesen haben und auch keine Kurve mehr sehen können, machen Sie für diese beiden Artikel eine Ausnahme.

(Im ersten Artikel kommen ungefähr nach das ersten Hälfte Fotos, die vielleicht verstören könnten).
Dieser geht um die Illusion der Herdenimmunität, an die die Schweden noch glauben.
Und hier die Zahlen für diejenigen, die immer noch behaupten, es sei eine ganz normale Grippe, und dass nicht mehr Leute sterben als sonst.

Heute ist ansonsten nichts passiert. Es gab Gemüse von gestern mit Couscous von heute. Danach eigene Kirschen.
Der restliche Tag fand am Schreibtisch statt. Die Korrekturen und die Noten müssen fertig sein am Ende dieser Woche. Das wird noch ein Späßchen. Wenigstens muss ich nicht bei Nacht in die Schule um an einem freien Rechner alles einzugeben. Ich kann jetzt alles von zuhause aus erledigen.Homenoteing, sozusagen.

Rheinland Pfalz ist ein Land der Brücken. Das Land liegt fast komplett linksrheinisch und hat zwei widerspenstige Flüsse mittendurch, Rhein und Mosel. So ist das Thema Brücken eine unendliche Geschichte. Man fährt immer Brücken, im Mittelrheintal fehlen sie komplett. Da gibt es aber Fähren. In der engen Städten braucht man sie auch, so die Hochstrasse in Ludwigshafen. Sie ist eine ziemlich marode Lebensader, und wird nun abgerissen. Ein Ereignis! Zuerst wartete man ganz lange auf eine ganz winzige Fräse, die den Asphalt abknabberte. Das ist nun erledigt. Nun wird abgerissen, mit theatralischer Beleutung und Liveübertagung. Interessiert Sie sowas?

Und jetzt noch ein bißchen Jim Croce. Kennt den außer mir eigentlich noch jemand?

Corona zweiundneunzig

Habe beschlossen, mich nicht mehr weiter erschüttern zu lassen, und mich einzufinden. Sonst zieht es mir noch den Boden weg.
Annehmen was ist. Es kostet alles eine große Kraft. Und viel davon habe ich nicht mehr.

Der Freund aus Amerika rief an. Sie haben ihre erste Party seid Monaten. Sie sitzen zu viert auf der Terrasse mit Abstand und Essen Gegrilltes.

Auch wenn man kein Spanisch kann, versteht man doch die Animation, die darstellt, wie sich Corona über Schreitische, Räume und Stockwerke ausgebreitet hat. Interessant ist auch, dass die Richtung des Luftstromes eine Rolle spielt. Und ob es Frischluft ist oder nur eine Umwälzanlage.
Artikel aus El Pais.

In meinem immerwährenden Humboldtbuch, von dem ich immer nur ein paar Seiten lese, und Stoff habe für eine Woche Nachdenken, habe ich heute etwas sehr Interessantes gefunden. Als Humboldt zu einer Expedition nach Russland aufbracht, er war schon sechzig, hatte er Ledermasken dabei gegen die Stechmücken der Steppe. Die Augen wurden geschützt durch ein Gitter, aus Pferdehaaren geflochten.
Als der Expeditionstross in ein Gebiet kam, indem es gerade eine Milzbrandepedemie wütete, schlossen sich alle in den Kutschen ein, hielten nur zum Pferdewechsel und verließen die Kutschen nicht. Keiner der Truppe hat sich angesteckt.

Andrea Wulf. Von ihr ist das Buch über Alexander von Humboldt. Es ist unglaublich detailliert und interessant geschrieben.

Jetzt noch ein Lied von Jim Croce.