Corona 305

In Sachsen sind vier Landkreise pink. Und Berichte über überfüllte Krankenhäuser und überlastete Krematorien häufen sich. Die LänderministerpräsidentInnen machen weiter wie vorher, sie produzieren Durcheinander. Jeder macht was er will. Kaum einer weiß noch, wo er mit wem hin darf.
Mir scheint, sie haben alle ihren Garfield gelesen. „Wenn Du sie nicht überzeugen kannst, verwirre sie!“

Überhaupt : Comics.
Meine ersten waren wohl „Der kleine Nick“.Meine Mutter hat sie mir gekauft. Jetzt erst stelle ich fest, dass sie von Goscinny und Sempé waren. Ich hatte aber mehr Freude an all denen, die in einem alten Koffer von der Nachbarin ins Haus gebracht wurden. Mickey Mouse, Donald Duck und Lucky Luke.
Diese Figuren traf ich im Leben wieder, die aus dem Nick nicht.
Daniel Düsentrieb erklärte mir alle Physiker dieser Welt. U d die Panzerknacker machten mir früh klar, dass es eben kriminelle Energie gibt, die raus will. Kater Carlo und Goofy traf ich in der Menschenwelt dann häufiger, auch als Nachbarn.
Als ich schnell genug lesen konnte, war die Stadtbücherei wichtiger. Dort gab es eben Asterix und Obelix. Die mochten ich sehr, wohnte mit doch eine gewissen gallische Bockigekeit inne. Mir gefiel auch, dass in den Geschichten alle im Dorf toleriert wurden, ob groß, ob klein, ob doof oder stinkig, außer man war Römer. Das ging nicht. Auch erklärten sie landsmannschaftliche Besonderheiten auf das Amüsanteste. Heißes Wasser für Tee und die Strafe für Brot verlieren im Fondue sind immer noch gängig hier
Im Studium war dann Hägar mein Liebling. Unförmig, ignorant und doch immer Beute machend, zog er duch die Lande.
Danach war Schluss. Die Mangas fand ich nett, Superman auch, sie berührten mich aber nicht.
Garfield, der hinterhältige Kater,schon noch etwas.
Siehe oben: verwirre sie.

So, ich habe immer noch Schreibtisch und elendige Videokonferenzen. Das BlueButton Programm, das Rheinland Pfalz in einer Billigversion (sorry! Wir haben kein Geld für sowas) für uns lizensiert hat, lässt es nicht zu, dass mehr als eine Kamera an ist. Dann fliegen laufend Schüler raus, Paul weg, Paul wieder da, Timo und Emily weg, wieder da. So geht es die ganze Zeit. Das Medienportal Omega ist seit zwei Wochen nicht mehr zugänglich. Ansich eine schöne Sache: die Schülerschaft kann die Lehrfilme der Medienzentren online anschauen. Und interaktiv das Wissen überprüfen. Nur eben nicht alle gleichzeitig. Ich übe mich in Geduld.

Musikalisch bin ich gerade in der rumänischen Blase gefangen.
Elema Gheorghe ist eine Popsängerin, die viel Traditionelles mit einbaut. Sie begleitet mich am Schreibtisch, wenn ich versuche mich durch Erbgänge zu wühlen, die Schüler produziert haben.
Sehr schöne Kleider sind das!

9 Gedanken zu “Corona 305

  1. liebe croco, du tust mir leid, und die schüler auch. ich hake innerlich dieses schuljahr meiner enkelin ab und tröste mich damit, dass sie jederzeit jeden abschluss nachholen kann, falls es jetzt nicht geht. niemand konnte vorhersehen was kam. und verwaltung/politik ist schwerfällig gegenüber dem dynamischem virus. außerdem haben nicht alle mitbürger/-innen den verstand, sich angemessen ohne strafandrohung zu verhalten. ich wünsche dir kraft zum durchhalten!

    • Danke sehr. Es ist nur schade, dass für die eigentlich Arbeit so wenig bleibt. Wenn es nurum Wissen ginge, wäre alles leichter. Aber die ganzen Fähigkeiten, die im Unterricht trainiert werden, Zuhören, Zusammenarbeiten, mit anderen Ideene entwickeln, das fehlt sehr. Es ist ein einsames Geschäft für alle.
      Ach die Abschlüssen, amn wird sehr nachsichtig sein und durchwinken. Es trifft ja alle gleich.
      Ach der Verstand. Man sieht ihn schwinden.

  2. Wir sind mit Asterix und Obelix groß geworden, bei jedem dritten verlorenen Stück im Fondue rufen wir „in den See, mit einem Gewicht an den Füßen“, der Briten-Band erklärt wirklich alles und bei Wutanfällen der Kinder denke ich an den spanischen Jungen – ayayayay …
    In der Schulbücherei verschlang ich Lucky Luke, Spirou&Fantasio, Gaston sowie die paar Bände mit einer japanischen Superheldin, deren Namen ich leider vergessen habe.
    Erst mit Internet an der Uni (und steigenden Englischkenntnissen vermutlich) habe ich Calvin & Hobbes für mich entdeckt; Comicstrips für alle Lebenslagen.
    Meine tollste Schulaufgabe war in der 8. Klasse in Latein: eine halbe Seite Asterix vom lateinischen ins Deutsche übersetzen, comicgerecht, inklusive „die spinnen, die Römer!“
    Aufmunterndes Winken übern Rhein!

  3. Ich habe zu Weihnachten einen Comic geschenkt bekommen: „Rembrandt“ von Typex in Bild und Wort gesetzt. Sehr beeindruckend! Allerdings dauert es immer ein bisschen, bis ich mich in ein Comic eingeschaut und -gelesen habe.

  4. Le Petit Nicolas ist so französisch, so typisch französisch, daß bei der Übersetzung ins Deutsche die Seele verlorengeht. Auf französisch ist er treffend und lustig, auf deutsch befremdlich.

  5. Pingback: Cornona 311 | croco

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