Corona sechsundfünfzig

Heute ist der zweite Weltkrieg genau 75 Jahre zu Ende.
Meine Mutter hat heute Geburtstag und erzählte uns früher, wie das war, als ein einquartierter französischer Soldat ihr etwas zum Geburtstag schenkte.

Die Spannung ist in der Schule immer noch vorhanden. Verängstigt stimmt wohl. Und es wird noch lange so bleiben.
Spass ist was anderes. Nur Lehrervortrag, keine Gruppenarbeit, keine Partnerarbeit, vorbereitete Referate dürfen nicht gehalten werden. Laaaaaangweilig. Ohne kleine Gags aus Youtube nicht zu ertragen.

Jetzt ist Corona in Schlachtbetrieben ausgebrochen. Ausländische Arbeitnehmer wohnen eng unter unwürdigen Bedingungen. Und alle tun überrascht, als ob das ganz plötzlich bekannt wurde.

Gestern Abend ist uns aufgefallen, dass einige Textzeiten aus Herrn Buchners Repertoire schon lange in unseren Sprachgebrauch aufgenommen wurden. Die Gelegenheiten der Anwendung können Sie sich gerne selbst ausdenken.

Wos wuist denn du schon wieda vo mir…..

Gemein

Leider leider ist weder eine Musik noch ein Text der Meuterei aufgefunden worden. „ Wärst Du doch dabei gewesen, bei der Meuterei…“
Ich bin zu faul, die CD rauszusuchen.

Noch ein ganz schönes von ihm:
Das ewige Lied

Corona fünfundfünfzig

Heute gibt es Sonnenschein und wieder ein Einkauf am Marktstand. Mit Mundschutz.
Danach muss leider noch der Rest im Supermarkt gekauft werden. Es stresst einfach. Die Bäckereiverkäuferin sagt, sie hört nicht mehr genau, wieviel Sachen die Leute eigentlich haben wollen. Mit Maske höre sich zwei und drei gleich an. Ich verspreche ihr, in Zukunft Handzeichen zu machen.
An der Kasse kommt von hinten eine Frau, die zurück in den Laden will. Die Kassiererin hält sie ab. Sie muss was zurück geben, sagt sie. Sie dürfen hier nicht durch, sagt die Kassiererin. Da die Dame nur gebrochen Deutsch spricht, dauert es etwas, bis wir es begreifen. Sie will etwas von den gekauften Sachen zurückgeben, da ihr 34 Cent fehlen für den Zug. Wir ziehen alle den Geldbeutel. Die Kassierin ist die schnellste. Sie gibt der älteren Dame das Geld. Die versucht ein Tütchen mit irgendwas zurück zu lassen. Nein, sagt die Kassiererin, behalten sie bitte Ihre Sachen.
Sie bedankt sich und zieht leicht verwirrt ab.
Ach ja, so kann die Welt auch sein. Die kleinen Dinge.

Schulisch ist geplant, dass bald die nächsten Klassen einziehen. Rollierendes System nennen sie es. Da höre ich gleich das Lied, das mir meine englische Austauschpartnerin beigebracht hat. Sie hat mich erst neulich über facebook gefunden. Und hatte noch Fotos von mir von damals, die ich nicht kannte.

Das Lied für das Rollierende System

Von der französischen Austauschschülerin habe ich das hier gelernt.
Über das Internet habe ich sie mal gesucht und gefunden. Meine Freude währte nicht lange, sie antwortete kurz und knapp und dann nie wieder.

Petite navire

Deutsche Kinder lernen eher sowas. Ist das heute noch Mode? Ich jedenfalls mochte es sehr.

Kleiner Matrose
https://www.domradio.de/video/harald-schmidt-singt-ein-kleiner-matrose

Ach ja, bei Twitter stand, dass in NRW mittlerweile 10 Schulen von Corona betroffen sind. Hallali!
Und das Robert Koch Institut stelle seine Pressekonferenzen ein.
Haben die Durchseucher gewonnen?

Corona vierundfünfzig

Ausgschimpft ist. Habe mich wieder beruhigt, nutzt ja nix. In der Schule läuft es etwas entspannter. Man fährt halt auf Sicht.
Und man ist sehr vorsichtig miteinander. Ein paar blöde Sprüche gibt es, ich hau dann voll zurück. (Nein, nicht von Schülern).

Ansonsten steht der Garten in voller Pracht und die Sorge um kranken Angehörige wächst. Das Tochtertelefon versucht Dinge in die richtige Richtung zu bewegen. Mühevoll. Und keine Einrichtung ist besuchbar.

Zur Wiederöffnung von allem und jedem, von Hotels und Restaurants, von Kaufhäusern und Discos ist mir das in die Hände gefallen: der Medizinhistoriker Frank Snowden berichtet im Spiegel darüber, wie sehr Seuchen die Weltgeschichte beeinflusst haben. Man könnte was daraus lernen, aber nun.

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Und dann fällt mir dieses Lied ein. Haindling! Der Töpfer, der seine ganze Musik immer selbst gemacht hat. Jede Stimme, jedes Instrument. Und nur für die Tour Musiker hat.
„Ich hab di lang schon nimmer gsehn.“

Dann noch ein alter Haindling, der zeigt, wie reinigend doch Schimpfwörter sind.