Corona achtundachtzig

Man freut sich an meinen neuen Atemschutzmasken. Hier spürt man nichts von Lockerungen. Anspannung überall. Und doch wird eine Hochzeit gefeiert. Wir sind geladen, gehen aber nicht hin.

Ansonsten war der Tag furchtbar anstrengend. Ich haben Listen mit Menschen und Sache abtelefoniert, Anträge nicht verstanden, Anträge gestellt, wieder telefoniert.
Dann gab es Maultaschen mit Käse überbacken und mit Zwiebeln drauf. Ein Lichtblick.
Dann habe ich einen Schwung Referate in Powerpoint angeschaut und sie bewertet.
Und Unterricht vorbereitet für Morgen.

Sie kennen Ralf Illenberger? Ein wunderbarer Gitarrist.
Hier seine Serenade zur Nacht.

Sedona

Corona siebenundachtzig

Heute bin ich erledigt. Wieder was Schlimmes, aber nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Alle leben noch. Und ich habe mich wundtelefoniert und was erreicht. Hoffe ich. Der morgige Tag wird es zeigen.

In der Schule muss ich schlimm schimpfen wegen der Abstände und den Masken. Sie vergessen so schnell. Diese Nachrichten aus Israel haben mich erschreckt. Es geht schnell, wenn es los geht. So schimpfe ich halt weiter. Schule in Israel

Mögen Sie noch ein bißchen wunderbare Musik hören?
Et voilà

Corona sechsundachtzig

Beim Spazierengehen trifft man Leute, die einen fragen, wo man denn die letzten Monate war.
Eingesperrt, sagen wir.
Schon anders als vorher, sagt er.
Na, wenigstens wird man jetzt nicht mehr von jedem X-Beliebigen umarmt, sage ich.
Ja, sagt er. Ich musste mich auch umstellen.
Ach ja, er war auch immer ein Umarmer, aber ein netter.

So, die Frankreicherinnerungen nehmen zu. Ich habe ja neben Napoleon einen weiteren Helden: Jean Jacques Cousteau.
Filmer und Forscher mit roter Strickmütze.
Er ist schuld daran, dass ich mich in die Meeresbiologie verliebt habe. Meine Biolehrerin Ursula hatten ihn als Studentin getroffen, durfte mit auf sein Schiff Calypso und war begeistert.
Universitäten haben ja Forschungsstationen am Mittelmeer und am Atlantik. Und da kann man Exkursionen belegen, also man muss sogar. Zwei große Exkurionen a 3 Wochen waren es bei mir.
Man lernt Schnorcheln, Einsammeln unter Wasser, Dokumentieren und Bestimmen der Tiere und Pflanzen.
Biologen gehen nicht an den Sandstrand, da lebt nichts. Biologen gehen an Felsen und in die Brandung. Wenn man ein bißchen weg von der Küste ist, geht es nur noch rauf und runter, also meist. Und man schwimmt mitten in den Fischschwärmen. Das Anlanden ist etwas schwierig und kostet manchmal die obere Hautschicht. So verbeult und zerkratzt bin ich später nie mehr nach Hause gekommen.
So bin ich früher tagelang nicht mehr aus dem Wasser gekommen. Mittelmeer, sogar Atlantik mit Schnorchel und Flossen, habe ich mir angeschaut. Herr croco stand am Ufer und hat sich gesorgt.
Tja, die Zeiten ändern sich. Jetzt traut er sich und ich mich nicht mehr.

Ein bißchen Jean Jacques aus Galapagos

Und hier Der Tiefseetaucher, ein Veräppelungsfilm ihm zu Ehren.

John Denvers Lied bezieht sich auch auf Jean Jacques Cousteau