Corona hundertundsechs

Es ist knallwarm draußen. Die Wolken türmen sich, ohne dass es regnet. Die Kirschbäume sind voller Früchte.
So viele können wir nicht essen. Und Marmelade mache ich ungern. Das Entsteinen, eine Sauerei, wissen Sie!

Auf der Coronaseite der Johns Hopkins Universität sieht man, dass Deutschland auf Platz 15 abgerutscht ist. Pakistan und die Türkei haben uns bezüglich der Infiziertenzahl überholt. Jetzt robbt sich Saudi Arabien heran. Dort sieht es sehr nach zweiter Welle an. Die USA und Brasilien erleben 35.000 Neuinfizierte pro Tag. Unglaublich!

Die Kollegen beschweren sich, dass sie im Lockdown zugenommen haben. Bei der Zeugniskonferenz konnte ich die neuen Silhouetten betrachten. Es stimmt: es sind einige Bäuche dazu gekommen und die Hosen sitzen sehr straff.
Ich schäme mich ein bißchen. Bei mir ist es umgekehrt.
Alles wird weiter. Wir gehen nicht mehr essen, es gibt keine Schokobanane im Café und die Kuchen und Pralinen im Lehrerzimmer fallen auch weg. Wir spazieren viel durch die Gegend. Meine Kocherei besteht schon immer aus viel Gemüse, Fleisch und Salat. Zuhause esse ich Obst und Jogurt. Anscheinend genügt das.
Ansonsten könnte ich den ganzen Tag schlafen, so erschöpft bin ich.

Dieses Lied singt Herr croco seit heute Morgen.
Ich weiß nicht genau, was er damit ausdrücken will.

Corona hundertundfünf

Wenn Migräne, dann heute.
Ganz viel Hitze, ganz viel Offizielles und ganz viele Menschen heute mit Maske und Abstand. Also, nicht alle. Bin ganz ausgepumpt.
Noch eine Woche!
Habe von einer Hochzeit gehört, bei der man recht eng saß und auch noch gesungen hat. Bin gespannt, wie es in einer Woche hier im nahegelegenen Städtchen aussieht.

Es ist die Zeit der Abschiede.
Menschen verändern ihren Lebensmittelpunkt, ziehen weg, hören mit der Arbeit auf, bekommen keine Arbeit hier.
Es bleibt nichts, wie es war. Manchmal ist das schön, aber manchmal tut das verdammt weh.

Also gibt es halt ein paar Abschiedslieder. Heute ist das eben so.

Corona hundertundvier

Lufthansa konnte gerade noch gerettet werden, Wirecard hat Konkurs angemeldet.

Die Reisebüros leiden sehr. Sie mussten alles Stornierungen abwickeln und all die Provisionen zurückzahlen für die vermittelten Reisen. Ein halbes Jahr umsonst gearbeitet.
Ich mag ja Reisebüros. Erstmal die vielen Kataloge, die einem die Welt versprechen. Als Gymnasiastin bin ich da oft hingegangen umd alte Kataloge mitzunehmen. Ich habe mit den ausgeschnittenen Bildchen meine Erdkundehefte verschönert.
Und ich habe Umschläge daraus gebastelt.
Ich mag es, wenn mir jemand Tipps gibt und für mich bucht. Die Damen kenne die Fallen, wissen, welches Hotel man besser meidet und welche Mietwagenfirma. Und dass man den Ring of Kerry besser links rum nimmt, wegen der Aussicht und der Busse, die die andere Richtung nehmen.
Ja, ich freu mich sehr darauf, wieder reisen zu können. Nein, nicht dieses Jahr.

„Später einmal hat er gesagt, willst du glücklich sein, wohne am Meer und fern von aller Verwandtschaft.“ Wolfram erzählt hier, wie seine Liebe zu Frankreich entstanden ist und wie er schließlich dort landete.

Masken waschen ist unbemerkt zum Alltag hinzugekommen. Meist trage ich die Chrirurgenmasken zum Einkaufen, da ich gut atmen kann darin. Sie muffeln schnell und landen in der Restmülltonne. Zu Arbeit sind es dann eher lustige Stoffmasken, die die Kommunikation fördern. Eine FFP 2 habe ich zwar rumliegen, habe sie abeer nie benutzt. Wir haben hier zur Zeit keine Fälle, die Insel der Seeligen. Aber wie schnell es gehen kann, wenn man unverantwortliche Arbeitgeber sieht mit ihren Subsubsubunternehmern, erleben wir jetzt. Zwei Landkreise down, nur um über betrieblich Vertuschung die Infektionen nicht öffentlich machen zu müssen. Fake Namen, fake Adressen, ein Sumpf. Ausgenutzte Arbeiter ohne Sprachkenntnisse, arme Leute aus dem Osten, zerlegen Fleisch für die beiden großen Discounter, bei denen dann wieder arme Leute ihr Fleisch kaufen.

Es ist so warm draußen, und schwül. Und die Menschen suchen Abkühlung im Rhein oder den Steinbruchseen hier in der Gegend.

Ein Lied von Berthold Brecht ist das, vom Schwimmen in Seen und Flüssen.