Corona 768

Es sind düstere Zeiten. Und doch gibt es Hoffnung. Gestern habe ich zum ersten Mal ein ukrainisches Auto gesehen und sogar neben ihm geparkt. Die ersten Kinder sind in unserer Schule angekommen, ich hatte aber noch keines im Unterricht. Wir werden Stühle brauchen. Und Tische. Die Klassenmesszahl, also die maximale Schüleranzahl pro Klasse, muss irgendwann erhöht werden. Wir sind bei einigen Klassen jetzt schonbei 30 angelangt. Mehr dürfen wir nicht.
Die beiden ukrainischen Kinder der kleinen Familie in Cannes leben sich schon langsam ein. Ein Lichtblick in diesen grausamen Zeiten. Der Mensch ist des Menschen Wolf.Hier
Selten galt das mehr.

Noch ein Lichtblick.
Das Notizbuch von Charles Darwin ist wieder da. Dort hatte er zum ersten Mal seine Vorstellung von der Evolution in Form eines Bäumchens dargestellt. Es war verschwunden, einfach so, und so war es nach 22 Jahren wieder da, in einem pinken Beutel und so aufgehängt, dass die Kameras der Bücherei den Platz nicht einsehen konnten.

Und Herr Lauterbach hat die Aufhebung der Quarantänepflicht zurück genommen. Unser Landesgesundheitsminister Clemens Hoch findet das schade. Er fand die Regelung in Ordnung. Ich habe allerdings noch nie viel von ihm gehalten.

7 Gedanken zu “Corona 768

  1. Tatsächlich waren in den Siebzigerjahren immer mindestens 30 Kinder hier bei uns in den Klassen( Realschule Nds.), mein Jahrgang ging von a bis f. Wahnsinn wieviele wir waren, das hat sich wohl sehr geändert ?

    • Ja, alles ist anders. Meine Grundschulklasse hatte fast 50 Schüler. Heute ginge das nicht mehr. So um 24 Kinder kann man gerade noch verwalten.. Da weiß man, wer nicht mitkommt und Hilfe braucht. Bei 30 laufen immer einige unter dem Radar. Aber wir waren auch Boomer. Es gibt viele von uns. Als wir ins Berufsleben wollten, war kein Platz für uns, nirgends. Die Welt war scon voll und wir mussten Nischen suchen. Wenn ich heute junge Menschen mit ihren Sonderwünschen höre, denke ich, dass sie damals nicht zurechtgekommen wären..

  2. Hier stehen so unglaublich viele ukrainische Autos in den Straßen, dass man sich schon dran gewöhnt hat- Es leben aber auch sehr viele Ukrainer und auch Russen hier im Quartier, klar dass Menschen dann zu ihren ausgewanderten Verwandten und Freunden fahren.
    Ich hatte mal zwei ukrainische Nachbarskinder, die oft morgends schon mit uns gefrühstückt haben, weil die Eltern so früh raus waren.
    Irgendwann in der Pubertät wurden sie dann sehr zu ihrem Missfallen in die Ukraine zu irgendwelchen Verwandten zurückverfrachtet. Ich wüsste gern wie es ihnen geht, der Junge wird wohl Soldat sein müssen.

    • Hier wohnen viele bei Verwandten, wir haben viele Aussiedler. Die Gemeinschaftsräume der Freikirchen haben jetzt Matratzen als Bodenbelag. Ich glaube, sie sind mit den Bussen gekommen.

  3. Wir waren damals auch immer plus/minus 36 in der Klasse und es ging auch von a bis f, wenn ich es richtig erinnere. Bin aber dieselbe Boomer-Generation. Ein Berufsfindungskurs an der Uni hatte den schönen Titel: Was soll aus uns nur werden? (Es gab damals das erfolgreiche Beispiel, dass man einen Weinladen franchisen könnte) // Danke fürs Verlinken! Viel Erfolg mit den neuen SchülerInnen! Hier funktioniert es in der Schule jeden Tag besser (der Kleine weint noch ein bisschen, aber nur noch ein bisschen!) Ich hoffe, dass die Aussiedler mit den Ukrainern und umgekehrt klarkommen.

    • Uns wollte keiner damals. Wir waren zu viele. Und die Tipps mit Weinladen, Olivenölversand, Pharmavertreter und all das Zeug kursierten massenweise.

      Dass der Kleine weint, tut einem sicher in der Seele weh. Aber er weint ja nicht wegen der Schule, sondern wegen all dem, was er nicht mehr hat.

      Wir haben überall in der Schule blau-gelb aus Solidarität. Ich habe sogar passende Kleidung an. Die Jungs sehen taff aus, das wird schon. Vom Aussehen her passen sie übrigens komplett in die Dorfjugend.

  4. Pingback: Währenddessen in den Blogs, Ausgabe 8.4.2022 – Buddenbohm & Söhne

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