Corona einundzwanzig

Hatte heute ein sehr nettes Gespräch mit einem klugen Mann. Er ist Handwerker und kommt viel in den Häusern rum. Es ist so still bei Ihnen, sagte er, keine Musik, nichts lärmt. In den anderen Häuser sei es sehr laut. Ja, die Kinder sind da. Langsam sieht man wohl, was Lehrer Tag für Tag leisten, sagt er. Auch dass sie diese Geräusche aushalten, und dieses dauernde Gefragtwerden. Ja, es ist schon einfacher, Aufgaben nur zu stellen, sie dann einzusammeln und durchzuschauen, als dreißig junge Menschen Stunde um Stunde bei Laune und an der Arbeit zu halten.

Heute fuhr ich zum Einkaufen in die Nachbarstadt. Ein etwas hochpreisiges Geschäfte hatte alles, sogar drei Sorten Klopapier. Dort gab es auch wieder Ballett. Keiner trug Mundschutz, aber alle, ausnahmslos alle, hielten Abstand, wichen aus, ließen Vortritt, waren höflich und lächelten. Lustig wurde es als aus vier Gängen vier Menschen aufeinander zu gingen. Und jeder wollte dem anderen den Vortritt lassen. Müßig zu sagen, dass es keine Security gab und die Kunden nicht abgezählt wurden.

Mein Lieblingszoo in Köln  bietet Patentiere für die schlechten Zeiten an. Man muss sie nicht mit heim nehmen, wenn man keinen Platz hat. Sie sind nach Preis oder Alphabet sortiert. Ein Nilkrokodil zum Beispiel kostet 600 €, ein Tausendfüßler nur 75€.

In der Bäckerei sangen dann Suzi Quatro und Chris Norman das da. Ich mochte sie immer sehr. Sie sang nicht in einer Band, sie hatte die Band. Sie spielte ein Instrument und sang, und sie sah toll aus. Bei ihr habe ich meine Vorliebe für Overalls abgeguckt.

 

 

 

Corona zwanzig

Wenn es tatsächlich nach den Osterferien weiter geht, haben wir jetzt etwa Halbzeit. Irgendwie hat man sich eingerichtet, zählt die Klopapierrollen und schaut, wie lange man noch Obst und Gemüse hat.

Ob wir wirklich so gut sind im Krisenmanagement, wird sich zeigen. Großbritannien und die USA wirken ja weder cool noch überlegen noch gut organisiert. Hier ein Artikel dazu.

Gestern Abend haben wir „Das Grabmal einer großen Liebe“ zu Ende geschaut. Ein Stummfilm mit dramatischer Musik aus den 20iger Jahren. Er spielt in Indien. Und im Grunde genommen geht es um eine herzzereißende Liebesgeschichte, um Prinzen und Prinzessinnen, um Elefanten und wunderhübsche Kleidung. Und um ein Denkmal. Man sieht, wie wichtig der Gesichtsausdruck in Stummfilmen war. Ich glaube, um Schauspielerin werden zu können, musste man damals einfach ganz weit die Augen aufreißen können. Grabmal einer großen Liebe
( der Film wurde digital restauriert, grandios!)

Der Regisseur war ein Deutscher, der sowohl Ganghofer Filme dreht als auch in Indien einer der Pioniere des heutigen Bollywoods war. Ein interessantes Leben.Franz Osten

Die Störche sind wieder da. Und man kann beim Brüten zuschauen. Diese Paar  hier musste erst ein paar Nilgänse vertreiben, bevor sie ihr Nest wieder beziehen konnten. Storchencam

Noch ein bißchen Lagerkoller mit

 

 

Corona neunzehn

Fledermausviren, wozu unser Corona gehört, sind speziell. Flugmäuse können die Temperatur kurzfristig bis auf 40 Grad hochjagen, daran haben sich die Viren angepasst. So nutzt unser Fieber, das andere Erreger zerstört, nichts mehr. Ich schreibe nicht „tötet“, denn Viren sind nicht lebendig. Alle Kennzeichen des Lebendigen fehlen ihnen. Ne Hülle aus Eiweißen, ein Stück DNA oder RNA mitten drin, manchmal ein Enzym als Mitbringsel, das war‘s.  Sie sind die Faultiere der Mikrobiologie, sie lassen sich von ordentlich gebauten Zellen vermehren.
science.orf.at/stories

Das Wetter besteht aus Sonnenschein und knallblauem Himmel. Ich bin aprilgescherzt worden, von einem Dorfkind. Ich hätte was am Rücken.
Ansonsten sind keine Scherze zu vermelden.

Die Arbeitseinteilung bleibt. Frühes Aufstehen, Schreibtisch, Kochen, Ruhen, Lesen, Fitness, Duschen, Abendessen.

 

Dafür sind  jetzt die Kolibris geschlüpft. Hier eine Direktübertragung aus einem Nest.