Corona vierundsechzig

Heute ist der Friseur dran. Eine Flasche Wasser und ein Buch bringe ich mit. Jeder zweite Stuhl ist besetzt, die Friseurinnen tragen alle Masken, sind aber Ende der zweiten Woche nach Öffnung ziemlich vergnügt. Der Laden brummt. Die Preise haben sie erhöht, weil sie nun weniger Kunden frisieren können als sonst. Alle Kundinnen der Damenabteilung sehen aus wie ein struppiges Etwas, also wie ich.
Zum Mittag zahlen sich meine derzeitigen Marktbesuche aus. Mairübchen, Kartoffeln und Birnen. Ich schneide sie in Stücke, lege sie auf den Pfannenboden und fülle mt Wasser auf. Butter, Pfeffer, Salz und Ahornsirup kommen dazu, der Deckel macht die Pfanne dicht. Nach 20 Minuten köcheln öffen ich ihn und lasse alles einkochen. Dazu gibt es Eichlaubsalat und Schweinerückensteak.
Das ist übrigens meine erstes Rezept, das ich seit 2005 veröffentliche. Ich koche sehr gerne, aber eher freestyle. Ich weiß oft nicht mehr, wie ich einen bestimmten Geschmack erzeugt habe. Und ab und an misslingt mir was wegen Temperatur nicht herunterdrehen zum Beispiel. Und dann Garten angucken. Es ist mir heute noch sehr peinlich, Familie Kaltmamsell.

Ansonsten habe ich alle Eurovisionslieder angehört. Fällt ja leider aus, der Wettbewerb. Ich habe vorsortiert und Herr Croco soll die Punkte vergeben. Wir haben nachher noch Videoschaltung mit Freunden. Bis dahin muss alles klar sein.

Hier noch Johnny Logan, er siegte 1987. Ich war schon ein bißchen verliebt ihn ihn.

Und 1980

9 Gedanken zu “Corona vierundsechzig

  1. Oh ja, zum Friseur müsste ich auch dringend mal wieder. Die letzten beiden Monate habe ich überbrückt mit Strähnen selbst färben und einer Haarschneidemaschine. Man wächst mit seinen Aufgaben. Sobald der Abiturient im Haus die letzte Prüfung absolviert hat, sitze ich beim Friseur (bis dahin meide ich alle nicht zwingenden Kontakte, um das Infektionsrisiko zu minimieren und somit die Prüfungen nicht zu gefährden. Wie gesagt, wir haben alle unsere Dämonen).

    • Dämonen sind das nicht. Es ist eine berechtigte Sorge. Was wäre wenn…..Deshalb habe ich meine Mutter nicht besucht. Und deshalb besuche ich privat auch niemanden. Muss halt sein.

      • Nur solange, bis einer die Krankheit hat, den sie kennen. Dann ist schnell Schluss.
        Vielleicht ist das eine Seuche, die nur die Vorsichtigen und Klugen überleben.

  2. „Vielleicht ist das eine Seuche, die nur die Vorsichtigen und Klugen überleben.“
    Man weiß es nicht, leider. Ich wünsche niemandem was Böses und würde mir wünschen, dass alle überleben. Aber ich gebe Ihnen Recht: manche müssen wahrscheinlich erst sehr nah dran sein, um den Ernst der Lage zu begreifen. So wie z.B. Boris Johnson. Schade, wenn es erst soweit kommen muss. Und natürlich wird es auch für die Klugen und Vorsichtigen schwierig, wenn sie von Ignoranten und Egoisten umgeben sind.

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