Corona siebenundsiebzig

Noch ein Sommerkleidtag. Sonne und über zwanzig Grad und ich bin glücklich.
Schule strengt an, und es kostet Mühe, den Unterricht im Lehrervortag interessant zu halten. Keine Gruppenarbeit, keine ausgeteilten Arbeitsblätter, kein Schüler darf nach vorne und was erzählen. Alle sitzen wie angenagelt, auch in den Fünfminutenpausen. Im Durchzug, denn die Fenster sind offen.

Ansonsten gibt es viele Geschichten. Was halt so wichig ist auf dem Land. Baugebiete. Wem gehört was. So Zeug halt.
Dann ein bißchen im Biergarten sitzen. Ein Pensionär versucht mich von den Freunden des Rentnerdaseins zu überzeugen.
Ich könnte endlich Sache machen die mich interessierten. Nun, die mach ich schon. Ich mag mein Leben.

Das war für mich immer das Lied von einem Menschen, der ausbrechen will, der enttäuscht ist vom bisherigen Leben (mit Peter Horton).

Noch ein Lied für jemanden, der ganz neu anfangen will. Vielleicht.

Ein Leben in Erwartung auf ein Schiff, das alles ändert.

Das letzte Schiffslied für heute.

4 Gedanken zu “Corona siebenundsiebzig

  1. Bei Biermann denke ich sofort an das erste Lied, das ich von ihm hörte: Das Familienbad. Ich war noch jung, erst später verstand ich den Sinn. Näher gebracht hat ihn mir eine verflossene Liebe, ein Mann, der aus der DDR geflohen war. Ich wundere mich immer wieder, wie viele Künstler und wie viele sehr gegensätzliche Gengres mein Leben begleitet haben. Wahrscheinlich gibt es für jeden Lebensabschnitt die passende Musik. Wenn ich sie jetzt wieder höre, wecke ich ich das damit verbundene Lebensgefühl. Tauben füttern im Park von Kreisler fällt mir in dem Zusammenhang auch ein.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • Nachtrag: Natürlich heißt es Tauben vergiften im Park. Aber irgendwie wollten meine Finger das wohl nicht in die Tastatur tippen, schließlich füttern wir unser Ringeltaubenpaar jeden Winter.

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