Gedanken am Abend

Als junge Frau hat man mir öfter von dieserGeschichte einer Lehrerin aus Seattle, die sich in einen Schüler verliebte, berichtet und auffordernd geguckt, ob das denn möglich wäre. Was soll ich da sagen? Menschen verlieben sich halt, und nicht so selten außerhalb der gängigen Konventionen. Ein Abhängigkeitsverhältnis wie zwischen einer Lehrperson und einem Schüler oder eine Schülerin führt natürlich zu einer besonderen Nähe, die vom Erwachsenen nicht ausgenutzt werden darf. Sie wissen, Abhängigkeit halt. Ich kenne Fälle, die tatsächlich zu lange währenden Beziehungen geführt haben, wie diese sehr bekannte, und auch welche, die ein reines Ausnutzen waren und heute eher zu Anzeigen führen würden als das früher der Fall war.Die Liebesgeschichte der Lehrerin aus Seattle, ja, ich denke, es war eine, ist nun zu Ende, sie lebt nicht mehr.
Und an ihre Geschichte, ihre Verurteilung wegen Vergewaltigung und der anschließenden Gefängnisstrafe, muss ich immer denken, wenn ich Brigitte und Emanuel Macron zusammen sehe.
Wie groß ist doch der Unterschied!

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6 Gedanken zu “Gedanken am Abend

  1. Oh! Da ist „Easter Parade“ mit Fred Astaire und Judy Garland einer meiner Lieblingsfilme – und ich wusste nicht, dass es die immer noch gibt!

  2. Ich habe die dramatische Geschichte der amerikanischen Lehrerin und ihres viel zu jungen Schülers gelesen. Und mir ebenso gedacht, wie unterschiedlich doch das Leben spielt. Die eine wird verurteilt, nicht nur moralisch – die andere lächelt am Arm des Gatten wie eine Göttin in Frankreich.
    Es ist definitiv nicht in Ordnung, solchen Gefühlsaufwallungen nachzugehen. Ich habe selbst zwei konkrete Versuche in diese Richtung in meiner Schulzeit beobachtet, es waren immer auch sehr große menschliche Tragödien. Im einen Fall endete die Tragödie mit einem Suizid-Versuch, der bleibenden und sichtbaren Schaden an der lehrenden Person hinterlassen hat. Innerlich leiden da viele Beteiligte, das ist ganz klar. Nämlich auch die Familien.
    Ich unterstelle nicht, dass nichts Echtes gefühlt wurde und bei diesen Paarungen etwa der Gedanke des pädagogischen Eros im Hintergrund stand. Doch es gibt einfach Situationen, wo man den Verstand einsetzen muss. Und in so einem sensiblen Beziehungsgeflecht wie zwischen Jugendlichen und den lehrenden Personen ist der Verstand ganz dringend gefragt!

    • Der Verstand müsste zum Einsatz kommen, das stimmt. Ich kenne eben auch Fälle, in denen Lehrpersonen ihren Gurustatus ausnutzen und so Beziehungen über das Normale hinaus, sagen wir es mal so, erweitert haben. Die Jugendlichen haben es erst viel später begriffen.
      Ich weiß jetzt nicht, wie das bei den Macrons war. Ich denke, Eltern würden es heute zur Anzeige bringen.

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