Corona dreiundvierzig

Immer noch warm, immer noch strahlt die Sonne.
Endlich gibt es Spargel. Ich habe den letzten Bund grünen erwischt. Er ist ja für die faule Hausfrau, man muss ihn nicht schälen. Und er schmeckt besser. Dazu gab es gekochte Kartoffeln, Sauce Hollandaise und geräucherten Saibling.
Als fast alles aufgegessen war, habe ich an ein Foto gedacht. Ojee, meine Influencer-Karriere bezüglich Saibling ist jetzt schon zu Ende.
Ansonsten hab ich ein bißchen im Garten gewühlt, ein bißchen gelesen und ziemlich viel rumgefaulenzt.
Gestern habe ich vor der Reinigung meine Maske aufgesetzt um die Mangelwäsche und den Wintermantel abzuholen. Vielleicht denkt jetzt die Reinigungsfrau, ich wolle ihren Laden überfallen.
“Ach, hallo Frau croco. Sie wollen Ihren Mantel abholen?“
Anonym geht hier nicht.
Auf die abendliche Gießerei muss ich mich einstellen. Sonst habe ich keine Stockrosen mehr in einer Woche.
Dafür habe ich Fotos von den Apfelbaumblüten mitgebracht.

Das passende Lied zur Krise ist der Corona-Song der Rolling Stones.

12 Gedanken zu “Corona dreiundvierzig

  1. Die wunderschönen Apfelblüten! In den vergangenen Jahren gefallen sie mir immer besser als die Kirschblüten.

    • Die Kirschblüten an unseren beiden Bäumen sind halt reinweiß. Die Apfelblüten sind so verschieden wie die Äpfel später. Ich liebe das zarte Rosa an den Rändern der Blütenblätter auch sehr.

  2. Ach ja, die Rolling Stones. Es fasziniert mich immer wieder, wie lange es die Band schon gibt; als ich geboren wurde machten sie schon seit einem Jahrzehnt Musik. Irgendwie sind sie nicht wegzudenken, unvorstellbar, dass sie irgendwann nicht mehr da sein werden. Ich hatte das Glück, sie in den neunziger Jahren zweimal live zu erleben. Mit Abstand die besten Konzerte, die ich gesehen habe. Die Freude, an dem was sie tun, hat man unmittelbar gespürt, selbst Schmuddelwetter ließ sie absolut unbeeindruckt. So viel Lässigkeit, so viel Souveränität. Den neuen Song mag ich sehr.

    • Es ist schon unglaublich, was deren doch auch von Drogen gezeichneten Körper alles aushalten. Früher durfte ich nicht zu den Konzerten, dann hatte ich kein Geld und danach ertrug ich keine Menschenansammlungen mehr. Massen beunruhigen mich sehr, obwohl ja Konzerte sehr gut organisiert sind. Ich bin der Meinung, dass ich sicher die einzige bin, die da mal totgetrampelt wird.

      • Das ist natürlich schwierig. Bei den Konzerten damals waren jeweils über 70.000 Menschen, das erscheint mir im Rückblick wahnsinnig viel. Damals war ich in meinen 20ern und leichtsinnig genug, um über so etwas nicht nachzudenken.
        Wahrscheinlich stirbt man eher an allem anderen, bevor man beim Konzert totgetrampelt wird, aber das muss ich Ihnen ja nicht erklären. Ich verstehe schon, wir haben alle unsere Dämonen.

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