Corona dreiundzwanzig

Jetzt bin ich schon mehr als drei Wochen unter Verschluss. Man gewöhnt sich tatsächlich daran. Ich brauche für alles länger, habe ja Zeit. Die Taktung ist nicht mehr vorhanden. Was allerdings sein muss, ist gutes Essen zu passenden Zeiten. Herr croco hat viel Stress und so soll er sich auf gutes Essen freuen. Leider gibt es noch keinen Spargel. Unsere heimischen Spargelfelder haben keine Stecher mehr. Die Polen und Rumänen sind zuhause und dürfen nicht raus. Andere kann man nicht gebrauchen, sagen die Bauern. So dürfen jetzt doch 40.000 eingeflogen werden über den Flughafen Hahn im Hunsrück. Ganz strenge Sicherheitsvorschriften werden gelten. Mal sehen, wie die Leute untergebracht werden. Die Hotels sind ja frei. Und ich bin gespannt, wie jetzt die Osterwoche wird. Ob die Leute wirklich zuhause bleiben. Ich könnte ja die Motorräder zählen, die durch das Dorf donnern.

Mir wird ja nicht langweilig. Ich habe genug rumzuwurtscheln im Haus und drumrum. Gestern habe ich überall trockene Stängel der Stauden aus den Beeten geholt, sie sehen jetzt tippitoppi aus, die Terrasse gefegt und den Küchenplatz mit heißem Wasser geschrubbt.  Ich konnte am Abend kaum noch aufrecht gehen. Heute ist alles wieder gut, weil ich ziemlich faul war und nur telefoniert habe. Naja gut, ich habe eine Lämmchenform gesucht. Die eine ist da, der andere Karton fehlte. Ich habe den Haushalt durchwühlt inclusive des Bermudakellers. Dort fing ich dann an Zeugs zu sortieren. Es gab ein bißchen Krise, bis Herrn croco einfiel, dass er die Lämmchenformen zusammen in einen Karton gelegt hat, sie passten genau ineinander. Und den anderen Karton weggeschmissen hat.

Mein Lieblingsmuseum, das Senckenberg in Frankfurt, sucht noch Menschen, denen langweilig ist und die gerne bolivianische Wildkameras durchstöbern. Wenn sie ein Tier finden, sollen sie es anhand einer Kriterienliste einordnen. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man auch Wissenschaftler um ein Review bitten. WildLIVE  Finden Sie den Jaguar!

Mir fehlt das Meer! Und wenn ich dort wäre, dürfte ich nicht mal an den Strand. Aufildesmots  darf an den Strand .

Die deutschen Inseln sind geräumt, die Hotels sind zu, die Küste ist dichtgemacht. Alles blau und weiß und grün, und später nicht mehr wahr. Keiner kann es anschauen zu Zeit. Man vergisst einfach, wie schön es ist. Das Lied zum fehlenden Strand….

 

 

 

 

 

 

3 Gedanken zu “Corona dreiundzwanzig

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